Das Naturwaldreservat Höllgraben

Blick über bewaldete Hügel

Naturwald Reservat bei Virnsberg

Das Naturwaldreservat Höllgraben liegt mitten im Naturpark Frankenhöhe. Südwestlich von Virnsberg ist es Bestandteil eines größeren Laubwaldkomplexes. Es handelt sich um Staatswald, der vom Forstbetrieb Rothenburg o.d.T. der Bayerischen Staatsforsten betreut wird. Von einer Höhe zirka 500 Meter über Normalnull fällt das Gelände zunächst steil nach Norden hin ab. Es wird dann am Unterhang wieder flacher und läuft einer Höhe von ca. 430 m aus. Tief eingeschnittene Gräben prägen ebenso wie die Steilhänge sehr eindrucksvoll das Landschaftsbild im Naturwaldreservat.
Insgesamt kommen im knapp 25 Hektar großen Reservat rund zwanzig verschiedene Baumarten vor. Dabei ist die Buche mit weitem Abstand vor der Eiche die bestimmende Baumart. Auf etwa 90 Prozent der Waldfläche stockt „Hainsimsen-Buchenwald“. Lediglich im Nordosten findet sich auf knapp 2 Hektar ein "Labkraut-Eichen-Hainbuchenwald", ein Eichenwald der eher trockeneren Ausprägung. Die älteren Bestände haben mittlerweile ein Durchschnittsalter von etwa 160 Jahren erreicht.
Zahlreiche Bäume weisen bereits sehr eindrucksvolle Dimensionen auf.
An den Quellaustritten und entlang der Gräben nimmt das Waldgebiet kleinflächig einen eher schluchtwaldartigen Charakter an. Dort prägen auftretende Edellaubhölzer wie Esche, Berg- und Spitzahorn, Winterlinde und Bergulme

Totholz zum Artenschutz

Für den Artenschutz ausgesprochen wertvoll ist der mit etwa 30 Festmeter pro Hektar auffallend hohe Anteil an Totholz. Dies ist Lebensraum für etwa ein Viertel der Waldtierarten, besonders für zahlreiche Käferarten und höhlenbrütende Vögel. Nicht zu Letzt sind sie Biotop für Pilze, die wichtigsten Holzzersetzer.
Wichtig sind hier Höhlenbäume, vorwiegend gezimmert von verschiedenen Spechtarten. Insbesondere Fledermäuse, aber auch zahlreiche Vogel- und Insektenarten sind auf solche Strukturen angewiesen.
Im Naturwaldreservat ist die Ausstattung mit Biotopbäumen hervorragend.
Bei Untersuchungen konnten 362 verschiedene Schmetterlingsarten nachgewiesen werden! Das Waldgebiet ist eines von drei Naturwaldreservaten im Landkreis Ansbach, die alle bereits 1978 ausgewiesen wurden. Es ist zudem ein Teilgebiet des Fauna-Flora-Habitat- Gebietes „Naturwaldreservate der Frankenhöhe“ und damit Teil des europäischen Biotopverbundes Natura 2000.

Naturwaldreservate in Bayern – Aufgaben und Ziele

Als Naturwaldreservate werden seit 1978 Wälder ausgewiesen, in denen jegliche Nutzung unterbleibt. Derzeit gibt es in Bayern 159 Naturwaldreservate mit einer Fläche von rund 7.150 Hektar, überwiegend im Staatswald. Sie umfassen fast alle in Bayern vorkommenden natürlichen Waldgesellschaften und ihre Standorte. Naturwaldreservate dienen dem Erhalt natürlicher und naturnaher Waldgesellschaften. Dort werden wachstumskundliche und waldökologische Erkenntnisse für die naturnahe Waldbewirtschaftung gewonnen. Weitere Aspekte sind die forstliche Umweltbildung im Rahmen der Waldpädagogik und ein Beitrag zum Naturerlebnis der Waldbesucher.
GeländeeinschnittZoombild vorhanden

Höllgraben

Bedeutung der Naturwaldreservate für den Waldnaturschutz
Die Naturwaldreservate sind die flächig über Bayern verteilt. In ihnen unterbleibt jegliche Nutzung Während in herkömmlichen Wirtschaftswäldern die Alters- und Zerfallsphase praktisch fehlt können diese Prozesse in Naturwaldreservaten ungestört ablaufen. Ein hoher Anteil an Alt- und Uraltbäumen (Baumveteranen), Biotopbäumen und Totholz verleiht den Wäldern einen urwaldartigen Charakter. So bieten sie bietet vielen ansonsten seltenen bzw. gefährdeten Arten einen Lebensraum. Sie stellen wertvolle Trittsteine in einem Biotopverbundsystem dar. In Bayern hat sich der iAnsatz „nachhaltig Nützen und Schützen auf ganzer Fläche“ bewährt.
Die Bayerischen Staatsforsten werden dem mit ihrem Naturschutzkonzept im Rahmen ihrer Vorbildlichkeit gerecht. Im Privat- und Körperschaftswald versucht die Bayerische Forstverwaltung zusammen mit den Unteren Naturschutzbehörden die Waldbesitzer über freiwillige Vereinbarungen im Rahmen des Vertragsnaturschutzes für den Erhalt von Biotopbäumen und das Belassen von Totholz zu gewinnen.

Biologische Vielfalt im Wald - Bayerische Staatministerium Externer Link