Pflanzenschutzwarndienst für Mittelfranken
Aktuelle Hinweise vom 16. Juli 2019
von Fachzentrum Pflanzenbau Ansbach

Das Fachzentrum Pflanzenbau an unserem Amt für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten Ansbach gibt regelmäßig aktuelle Pflanzenschutz- und Anbauhinweise zu wichtigen Kulturen für Mittelfranken.

Grundsätzlicher Hinweis zur Düngeverordnung

Neue Düngeverordnung beachten
Beachten Sie die Vorgaben der neuen Düngeverordnung. Ende 2018 sind auch die sogenannten "Roten Gebiete" festgelegt worden. Auf den betroffenen Feldstücken sind drei zusätzliche Maßnahmen zu beachten.

Ausführliche Informationen zur Düngeverordnung und den Roten Gebieten Externer Link

Die LfL hat das Gelbe Heft, EDV-Programme zur Düngebedarfsermittlung, N-min-Gehalte u.a. Informationen veröffentlicht. Mit dem neuen Online-Programm ist neben der Bedarfsermittlung auch die N-Simulation verfügbar.

Hinweise der LfL zur Düngeplanung, EDV-Programmen und N-min Externer Link

Allgemeine Situation - Vorratsschutz

Je nach Standort wurden bei den mehrtägigen Höchsttemperaturen von über 35°C im Juni alle Getreidearten in Mitleidenschaft gezogen.
Mittlerweile reagiert auch der Mais auf den leichteren Böden mit Stress-Symptomen, teilweise sind Teilflächen auch schon vertrocknet. Die Niederschläge vom Wochenende haben die Situation nun zumindest auf den besseren Böden etwas entspannt, aber leider nicht überall.
Vor der Getreideernte sollten die Lagerräume sauber gereinigt werden. Vor allem Staub und Altgetreide an bzw. auf den Lagerwänden müssen sorgfältig entfernt werden (Besen und/oder Industriestaubsauger), da diese ideale Brutplätze für Lagerschädlinge darstellen. Chemische Mittel haben eine verminderte Wirkung, wenn sie durch die Staubablagerungen gebunden werden. Zur Behandlung leerer Getreidelager ist z.B. K-Obiol EC 25 zugelassen. Bei Überlagerung von Getreide sollte muss die neue Ernte grundsätzlich getrennt von der alten eingelagert werden.

Hinweise zur Vorerntebehandlung

Sikkation
Derzeit häufen sich aufgrund von Zwiewuchs und Weizendurchwuchs in Gerste die Nachfragen zum Glyphosateinsatz vor der Ernte, insbesondere in Wintergerste. Grundsätzlich sind beim Einsatz von Glyphosat-haltigen Mitteln kurz vor der Ernte die einschlägigen Auflagen (Zeitpunkt, Kulturen, Verwertung von Korn und Stroh, Mengen, Wartezeit, Abstände, Bienenschutz etc.) der Mittel dringend zu beachten.
Insbesondere wird auf folgendes hingewiesen: Manche Produkte (z.B. Clinic TF) haben nur die Auflage WA701: „Eine Anwendung ist nur auf Teilflächen erlaubt, auf denen aufgrund von Unkrautdurchwuchs in lagernden Beständen eine Beerntung nicht möglich ist.“ Diese Produkte sind damit nicht gegen Zwiewuchs einsetzbar.
Andere Produkte (z.B. Roundup Powerflex) haben dagegen auch die Auflage WA700: "Eine Anwendung ist nur auf Teilflächen erlaubt, auf denen aufgrund von Unkrautdurchwuchs in lagernden Beständen oder von Zwiewuchs in lagernden oder stehenden Beständen eine Beerntung nicht möglich ist." Diese sind dann auch gegen Zwiewuchs auf Teilflächen einsetzbar, wenn sonst eine Beerntung nicht möglich wäre. Dies ist das entscheidende Kriterium und stellt somit eine hohe Hürde dar. In vielen Fällen kann nämlich häufig einfach gewartet werden bis auch der Zwiewuchs reif ist, das zeigen Erfahrungen aus der Vergangenheit. In anderen Fällen kann eine Trocknung oder Säurekonservierung je nach Verwertung ein Ausweg sein. Manche haben auch bereits mit einer Nutzung als GPS reagiert.
Getreidedurchwuchs (z.B. Weizen in Gerste) zählt nicht als Zwiewuchs. Auch die Indikation Unkraut in lagernden Beständen greift hier in den meisten Fällen nicht, da die Bestände dort in der Regel stehen. Damit bewegt sich ein Glyphosat-Einsatz allein gegen Durchwuchsweizen in stehender Gerste außerhalb der Zu-lassung.
Verzichten Sie aufgrund der aufgeheizten Diskussion soweit irgend möglich auf die Vorerntebehandlung und beschränken Sie diese auf die wirklichen Notfälle, in denen sonst eine Beerntung nicht möglich wäre. Nach derzeitigem Stand trifft der Landwirt darüber die Entscheidung, eine Genehmigung, Begutachtung o.a. durch eine amtliche Stelle ist nach derzeitiger Rechtslage nicht vorgesehen. Ob und wann sich eine rechtliche Änderung bei diesem Anwendungsgebiet ergibt, ist derzeit für uns nicht absehbar. Die o.g. Auflagen sind Bußgeld- und CC-relevant.

Krankheitsdruck war meist verhalten

Mit Beginn der Getreideernte ist der Warndienst beendet. Je nach Vorfrucht, Bodenbearbeitung, Sortenwahl und Fungizideinsatz kann in Weizen und Triticale Befall mit Ährenfuarium beobachtet werden.
Ansonsten war der Krankheitsdruck in diesem Jahr insgesamt relativ verhalten.

Pilzkrankheiten in Getreide Externer Link

Fungizidstrategien in Getreide
Nachfolgend finden Sie für die wichtigsten Getreidearten die Fungizidstrategien der LfL.

LfL-Fungizidstrategien in Getreide Externer Link

Hinweise der LfL zum Pflanzenschutz in Getreide

Genehmigung für einige bekannte Wirkstoffe nicht erneuert
Die EU-Kommission hat die Genehmigung für die Wirkstoffe Flupyrsulfuron, Propiconazol, Quinoxyfen und Flurtamone nicht erneuert. Im Falle von Flupyrsulfuron hat die betroffene Firma Rechtsmittel eingelegt. Das BVL hat bis zu einer endgültigen Entscheidung das Ruhen der Zulassung zum 14.12.2017 angeordnet. Deshalb dürfen die Mittel Absolute M, Ciral, Lexus, Vertix und zugehörige Parallelimporte derzeit nicht mehr angewendet werden. Zum Umgang mit Restmengen muss bis zur endgültigen Entscheidung abgewartet werden.
Im Falle von Propiconazol wurden mittlerweile die Abverkaufs- und Aufbrauchfristen festgelegt, die Sie nachfolgend finden. Grundsätzlich sind alle betroffenen Propiconazol-haltigen Mittel (z.B. Agent, Cirkon, Gladio, Tilt, Taspa u.a.) in der Saison 2019 entsprechend ihrer Zulassung aufzubrauchen.
Mittel mit dem Wirkstoff Fenpropimorph (z.B. Corbel, Opus Top, Diamant, Juwel Top) dürfen 2020 letztmals eingesetzt werden. Auch Mittel mit dem Wirkstoff Triadimenol (z.B. Ceralo, Matador) dürfen 2020 letztmals eingesetzt werden.
Derzeit noch zugelassenen Produkte mit dem Wirkstoff Chlorthalonil (z.B. Amistar Opti, Zakeo Opti) haben eine Aufbrauchfrist bis 20. Mai 2020 bekommen. Damit ist ein Einsatz in Wintergerste 2020 nochmals gesichert.

Warndienst beendet

Der Warndienst beginnt wieder mit der neuen Aussaat.

Informationen der LfL zum Pflanzenschutz in Raps

Genehmigung für Plenum-Wirkstoff wurde nicht mehr verlängert
Die Europäische Kommission hat kürzlich entschieden, die Genehmigungen für Pymetrozin (z.B. im Plenum, Tafari) u.a. als Wirkstoff in Pflanzenschutzmitteln nicht zu erneuern. Das BVL hat die Zulassung widerrufen und als Aufbrauchfrist den 31.01.2020 festgesetzt. Brauchen sie die Mittel also 2019 komplett auf. Nachfolgend finden Sie die Meldungen des BVL.

Hinweise zum Mais

Optimaler Insektizidtermin
Der Flughöhepunkt wurde in den meisten Fällen über das Wochenende vom 7. Juli erreicht. Die Entwicklung des Maises und die Eiablage wurde durch die kühlen Temperaturen und v.a. die relativ kalten Abende und Nächte der vergangenen Woche gebremst. Insofern kann in der Regel auch noch diese Woche (KW 29) eine Insektizidbehandlung mit Coragen (125 ml/ha) in Befallsgebieten erfolgen. Da häufig erst in den nächsten Tagen die Fahnen geschoben werden und die jungen Raupen immer versuchen, dorthin zu wan-dern, um an den Pollen zu gelangen, sind auch in dieser Woche noch sehr gute Wirkungsgrade zu erwarten. Behandlungswürdig sind Lagen mit deutlich festgestelltem Befall im vergangenen Herbst und schlecht bzw. kaum gemulchten und eingearbeiteten Maisstoppel und –strohresten in der Flur, außerdem vor allem CCM- und Körnermaisbestände in den Befallsgebieten. Bestände, für die der Regen zu spät kam und bei denen aufgrund von absehbaren Trockenschäden eine vorzeitige Ernte zu erwarten ist, brauchen nicht mehr behandelt zu werden.
Der Zusatz eines Fungizids erbrachte in unseren bayernweiten, mehrjährigen Versuchen in den empfohlenen Sorten keinen Ertragseffekt, auch eine Reduzierung der Mykotoxine konnte nicht belegt werden. Der Einsatz eines Fungizids im Mais wird daher von unserer Seite nicht empfohlen.
Bestände, bei denen mit einer trockenheitsbedingten, vorzeitigen Ernte gerechnet werden muss, brauchen natürlich nicht behandelt zu werden.
Die zweite Trichogramma-Ausbringung sollte - sofern noch nicht geschehen - baldmöglichst abgeschlossen werden.

Warndienst Maiszünsler Externer Link

Maiswurzelbohrer
Im Rahmen des Monitorings wurden 2018 deutlich mehr Maiswurzelbohrer gefangen als im Jahr zuvor. Vor allem in Südostbayern hat sich der Schädling auf Schlägen festgesetzt, auf denen entgegen unserer Beratungsaussage mehrjährig Mais auf Mais gebaut wurde. Teilweise ist hier der Befall mit Fangzahlen von mehr als 1000 Käfern pro Falle regelrecht explodiert und hat zu ersten sichtbaren Schäden im Bestand geführt.
In unserem Dienstgebiet wurde im Bereich des Hafens Fürth nach zweijähriger Pause wieder ein Käfer gefangen.
Nur wenn in drei Jahren maximal zweimal Mais angebaut wird, kann der Maiswurzelbohrer auf unschädlichem Niveau gehalten werden.

Ergebnisse der LfL zum Maiswurzelbohrer-Monitoring 2018 Externer Link

Hinweise der LfL zum Pflanzenschutz in Mais

Hinweise zu Kartoffeln - Situation bei Krautfäule noch entspannt

Meist sind bisher ein bis drei Behandlungen gegen Krautfäule erfolgt. Bisher gibt es keine Meldungen über bereits aufgetretene Krautfäule, dafür war es bisher einfach zu trocken und teils zu heiß. Auch unsere unbehandelten Kontrollflächen sind noch befallsfrei. Seit Donnerstag waren im Kartoffelanbaugebiet Ansbach/Roth die Niederschläge mit meist 9-15 mm überschaubar. Nur lokal eng begrenzt gab es mehr. Der errechnete Spritzabstand beträgt derzeit 15 Tage. In den befallsfreien Beständen, die wieder rasch abgetrocknet sind, genügen weiterhin in der Regel kostengünstige Kontaktfungizide wie z.B. Dithane NeoTec, 1,8 kg/ha, Polyram WG 1,8 kg/ha, Tridex DG 2,0 kg/ha oder weitere. Diese haben auch eine gute Nebenwirkung auf Alternaria. Führten die Niederschlagsmengen zu längerer Feuchte bzw. ist neuer Regen in Sicht, sollten die leistungsstarken Kontaktfungizide (wie z.B. Shirlan, Terminus o.a. Ranman Top) gewählt werden. Ob hierzu noch ein Alternaria-Mittel wie z.B. Narita zugemischt werden soll, entscheidet der Bestand vor Ort. Das fehlende Wasser kann damit nicht ersetzt werden.sein.
Außerdem muss regelmäßig auf Larven der Kartoffelkäfer kontrolliert werden. Behandlungen sind zum Massenschlupf der Larven ratsam, wenn sich in Befallsnestern mind. 15 Larven pro Pflanze finden. Behandlungen sollten vorzugsweise in den frühe Larvenstadien L1 und L2 erfolgen. Erste Behandlungen waren schon nötig. Allerdings schwankt der Befall von Schlag zu Schlag sehr stark, so dass gewissenhafte Kontrollen nötig sind, um unnötige Behandlungen zu vermeiden und die Wirksamkeit der Wirkstoffe zu erhalten. Da die Pyrethroide häufig aufgrund vorhandener Resistenzen nicht mehr sicher wirken, sollten Produkte wie z.B. 60 ml/ha Coragen (B4), 300 ml/ha Biscaya (B4), 125 g/ha Danjiri/Mospilan SG (B4) oder 125 ml/ha Benevia (B1) zum Einsatz kommen. Bei Biscaya und Danjiri/Mospilan führt die Mischung mit Azolen zu einer B1-Auflage. Beachten Sie auch in Kartoffeln immer den Bienenschutz!
Der Blattlauszuflug hat mittlerweile stark nachgelassen.

Blattlauszuflug in Kartoffelbeständen mittels Gelbschalen

Das Ende bekannter Mittel ist beschlossen

Die Europäische Kommission hat kürzlich entschieden, die Genehmigungen für Pymetrozin (z.B. im Plenum) und Deiquat (z.B. in Reglone) als Wirkstoffe in Pflanzenschutzmitteln nicht zu erneuern. Das BVL hat nun die Zulassungen widerrufen und Aufbrauchfristen festgesetzt. Brauchen sie die Mittel also sofern möglich 2019 komplett auf. Nachfolgend finden Sie die genaue Daten des BVL zum Zulassungsende sowie zur Abverkaufs-und Aufbrauchfrist.
Im Gegesatz dazu dürfen Mittel mit den Wirkstoffen Clothianidin, Imidacloprid, Thiamethoxam (z.B. Actara, Dantop, Monceren G u.a.) 2019 nicht mehr aufgebraucht und angewendet werden. Diese Mittel sind ordnungsgemäß zu entsorgen.

Hinweise zur Krankheitsbekämpfung in Rüben

Mittelerweile finden sich bis auf wenige Ausnahmen auf allen Kontrollschlägen erste Cercospora-Infektionen. Handlungsbedarf besteht in unserer Region bisher aber nur in Ausnahmefällen (z.B. Niederschläge + Beregnung). Die Niederschläge über das vergangene Wochenende können nun aber weitere Infektionen mit Cercospora fördern. Kontrollieren Sie daher regelmäßig ihre Bestände, da mit ansteigendem Befall gerechnet wird. Die Behandlungsschwelle liegt bis Ende Juli bei 5 befallenen Blättern von 100 kontrollierten.
Im Falle einer Behandlung werden z.B. 0,6 l/ha Duett Ultra + 0,6-1,0 l/ha Dash, 1,0 l/ha Rubric oder 1,0 l/ha Juwel empfohlen. Bisher gibt es keine Genehmigung für eine Notfallzulassung von Funguran Progress, alternativ besteht eine Notfallzulassung für Tridex DG Raincoat. In Gebieten, in denen in den vergangenen Jahren regelmäßig zwei oder mehr Behandlungen erforderlich waren (Gebiete mit Resistenzen), wird deshalb die Zumischung von Tridex DG Raincoat 2,0 kg/ha empfohlen. Das Produkt darf maximal 3-mal eingesetzt werden.

Hinweise der LfL zum Pflanzenschutz in Rüben

Hinweise zu Leguminosen - Soja auf Distelfalter kontrollieren

Die Maßmahmen sind in der Regel in Erbsen und Ackerbohen abgeschlossen. Die Schädlinge sollten bei Bedarf behandelt sein.
Regional wird von einem Zuflug des Distelfalters in Sojabohnen berichtet. Behalten Sie ihre Bestände daher im Auge. Bei Bedarf ist eine Behandlung mit z.B. 75 ml/ha Karate Zeon anzuraten. Als Schadschwelle gelten ca. 20 Raupen je laufenden Meter oder ein bis zwei Befallsherde pro 100 m².
Informationen für Neueinsteiger
Im Rahmen des bundesweiten Projektes Demonstrationsnetzwerk Erbse/Bohne (DemoNetErBo) haben Neueinsteiger die Möglichkeit, sich in einen E-Mail-Verteiler aufnehmen zu lassen.
Weitere Informationen dazu finden Sie im nachfolgenden Link.

Eiweiß - Bayerische Eiweißinitiative

Hinweise des BVL zum Zulassungsstand in Leguminosen

Nach den jeweiligen Schnitten ist auf Mäusebesatz zu kontrollieren. Aktive Mauslöcher sollten sofort mit Giftweizen/Giftlinsen belegt werden (3-5 Körner/Linsen pro Loch verdeckt mit Legeflinte ausbringen). Auch das Aufstellen von Sitzstangen (1 bis max. 2 Stück pro ha) ist anzuraten.

Hinweise zum Unkrautmanagement -LfL Externer Link

Rechtsvorschriften im Pflanzenschutz

Rechtsvorschriften im Pflanzenschutz

Bei den Auflagen den Durchblick behalten
Beachten sie neben den normalen Abstandsauflagen, die meist mit entsprechenden Düsen gelöst werden können, auch die Hangneigungsauflagen (z.B. NW 701, 705, 706 u.a.): Diese erfordern entlang von dauernd oder periodisch wasserführenden Gewässern bei Schlägen mit einer Hangneigung von über 2% einen unbehandelten, geschlossen bewachsenen Randstreifen, der je nach Auflage zwischen 5 und 20 m breit sein muss. Der Randstreifen ist nicht erforderlich, wenn die Bestellung im Mulchsaat- oder Direktsaatverfahren erfolgt. Allerdings muss bei der Mulchsaat zum Zeitpunkt der Behandlung die Mulchauflage mindestens einen Bodenbedeckungsgrad von 30% aufweisen, um anerkannt zu werden.
Bei den Hangneigungsauflagen spielt die Düse keine Rolle, sie dürfen daher nicht mit den Abdriftauflagen (NW600 bis NW609) verwechselt werden.
Abstandsauflagen sind ein Schwerpunkt im Kontrollplan Pflanzenschutz. Eine Übersicht zu den Abstandsauflagen finden Sie im Merkblatt Pflanzenschutz.
Das BVL hat in einer Bekanntmachung festgelegt, dass zu Flächen, auf denen sich regelmäßig Personen aufhalten (also z.B. Wohngebiete, Privatgärten, Freizeitflächen usw.), zu deren Schutz eine grundsätzlicher Abstand von 2 m bei Flächenspritzung und von 5 m bei Raumkulturen einzuhalten ist. Mehr dazu im untenstehenden Link der LfL.
Außerdem ist darauf zu achten, dass der angrenzende Feldrand grundsätzlich nicht getroffen wird. Die äußere Düse muss also einen solchen Abstand zum Feldrand haben, dass dieser durch den Spritzkegel nicht getroffen wird. Kann dies durch die Fahrgassenanlage nicht gewährleistet werden, ist eine entsprechende Randdüse für die erste Fahrgasse im Randbereich zu verwenden.

Mindestabstände bei der Anwendung von Pflanzenschutzmitteln - LfL Externer Link

Viele Düsen mit 90% Abdriftminderung anerkannt
Nachfolgend finden sie alle anerkannten abdriftmindernden Düsen bzw. die Universal-Düsentabelle.

Verzeichnis Verlustmindernde Düsen und Geräte und Düsentabelle - LfL Externer Link

Achtung: Wichtige Regelungen zum Anwenderschutz, Spritzen-TÜV, den Aufbrauchfristen, Dokumentation, Entsorgung

Auflagen zum Schutz des Anwenders sind Bestandteil der Zulassung und der Gebrauchsanleitung. Das Nichtbeachten dieser Bestimmungen kann die Zulassung von Mitteln gefährden. Beherzigen Sie daher die Auflagen zum Anwenderschutz. Eine ausführliche Information finden Sie beispielsweise im Versuchsberichtsheft "Intergrierter Pflanzenbau" und in der nachfolgenden Richtlinie des BVL.

Persönliche Schutzausrüstung beim Umgang mit Pflanzenschutzmitteln (PDF) - Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit Externer Link

Im Juli 2013 ist die neue Pflanzenschutz- Geräteverordnung in Kraft getreten. Demnach müssen künftig Verfügungsberechtigte und Besitzer ihre in Gebrauch befindlichen Pflanzenschutzgeräte in Zeitabständen von sechs Kalenderhalbjahren (bisher vier Kalenderhalbjahre) prüfen lassen, also zukünftig alle drei Jahre statt wie bisher alle zwei Jahre. Mittlerweile sind die Übergangsvorschriften ausgelaufen, so dass sich der aktuelle Prüftermin immer anhand der Plakette ablesen lässt.

Hinweise der LfL zur Gerätetechnik Externer Link

Nutzen Sie die kommende Zeit, um ihre Dokumentation der Pflanzenschutzmaßnahmen zu vervollständigen und ihr Lager auf abgelaufene, nicht mehr einsetzbare Mittel zu überprüfen, um diese ordnungsgemäß zu beseitigen.
Bei der Anwendung von Pflanzenschutzmitteln sind bis 14.06.2011 der Name des Anwenders, die behandelte Kultur, der Schadorganismus, die Anwendungsfläche, das Pflanzenschutzmittel, die Aufwandmenge und das Anwendungsdatum aufzuzeichnen. Danach entfällt der Schadorganismus, die übrigen Punkte bleiben.

Dokumentation von Pflanzenschutzmittelanwendungen Externer Link

Für alle Pflanzenschutzmittel, deren Zulassung nach dem 14. Juni 2011 regulär endet und für die kein Anwendungsverbot ausgesprochen wird, gilt folgendes: Nach Ende der Zulassung besteht eine Abverkaufsfrist von 6 Monaten für den Handel. Dies ist neu, da bisher nicht mehr zugelassene Mittel auch nicht mehr verkauft werden durften. Der Anwender hat nach Ende der Zulassung eine Aufbrauchfrist von maximal 18 Monaten. Beispiel: Bei Mittel XY endete die Zulassung am 31.12.2011, der Handel darf noch bis zum 30.06.2012 abverkaufen, der Anwender noch bis 30.06.2013 ausbringen. Mehr dazu im nachfolgenden Link.

Kürzere Aufbrauchfristen für Pflanzenschutzmittel - LfL Externer Link

Produkte, deren Aufbrauchfrist abgelaufen ist, dürfen nicht mehr eingesetzt werden.
Im neuen Pflanzenschutzgesetz vom 14.02.2012 wurde eine Beseitigungspflicht (§15) für bestimmte, nicht mehr einsetzbare Pflanzenschutzmittel eingeführt. Die Vorschrift ist CC-relevant. Sie sind auf der sicheren Seite, wenn Sie am besten alle Pflanzenschutzmittel, die keine Zulassung und keine Aufbrauchfrist mehr haben, ordnungsgemäß beseitigen, auch wenn nicht jedes dieser Mittel von der Beseitigungspflicht betroffen sein wird. Kontrollieren Sie daher in der noch ruhigeren Zeit ihr Lager und entsorgen Sie die Mittel, die nicht mehr angewandt werden dürfen, über Wertstoffhöfe oder Fachfirmen. Auch manche Landhandelsfirma bietet in unregelmäßigen Abständen Sonderaktionen hierzu an.

Aktueller Hinweis zur Mäusebekämpfung

Mäuselöcher im Grünland

Mäuselöcher im Grünland

Das trockene Jahr 2018 hat zu einem Anstieg bei der Mäusepopulation geführt. Das feuchte Wetter seit Dezember wird aber einen Anstieg verhindern bzw. die Population wieder reduzieren. Trotzdem ist zum Vegetationsbeginn auf Besatz zu kontrollieren und aktive Löcher sind sofort mit Giftweizen/Giftlinsen zu belegen (3-5 Körner/Linsen pro Loch verdeckt mit Legeflinte ausbringen). Dies ist derzeit die einzige zugelassene chemische Bekämpfungsmöglichkeit. Nutzen Sie aber auch indirekte Maßnahmen wie das Aufstellen von Sitzstangen für Greifvögel (1 bis 2 Sitzstangen pro ha sind ausreichend).