Pflanzenschutzwarndienst für Mittelfranken
Aktuelle Hinweise vom 12. Dezember 2019
von Fachzentrum Pflanzenbau Ansbach

Die Aktualisierung der Hinweise erfolgt erst wieder bei Bedarf im Neuen Jahr. Wir wünschen allen Lesern frohe Festtage und einen guten Start in das Neue Jahr. Vielen Dank für ihr Interesse an unseren Seiten im zu Ende gehenden Jahr.

Das Fachzentrum Pflanzenbau an unserem Amt für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten Ansbach gibt regelmäßig aktuelle Pflanzenschutz- und Anbauhinweise zu wichtigen Kulturen für Mittelfranken.
Winterzeit ist Fortbildungszeit
Nachfolgend finden Sie die Termine der Pflanzenbautage im Dienstgebiet des Fachzentrums Pflanzenbau. Die genauen Programme erhalten Sie bei den örtlich zuständigen AELF's.

Pflanzenbautage im Dienstgebiet des Fachzentrums

Grundsätzlicher Hinweis zur Düngeverordnung

Neue Düngeverordnung und Sperrzeiten beachten
Beachten Sie die Vorgaben der neuen Düngeverordnung.
Ab 1.10. dürfen N-haltige Düngemittel auch bei Winterraps, Wintergerste nach Getreidevorfrucht, Zwischenfrüchten u.a. nicht mehr ausgebracht werden. Die Sperrzeit endet auf Ackerland am 31.01.2020.
Die Sperrfrist auf Dauergrünland und Ackerland mit mehrjährigem Feldfutterbau bei einer Aussaat bis spätestens 15. Mai 2019 wurde im Landkreis Nürnberger Land auf den Zeitraum 29. November 2019 bis einschließlich 28. Februar 2020 verschoben (4 Wochen). In allen übrigen Landkreisen und kreisfreien Städten von Mittelfranken wurde die Sperrfrist auf Dauergrünland und Ackerland mit mehrjährigem Feldfutterbau bei einer Aussaat bis spätestens 15. Mai 2019 auf den Zeitraum 15. November bis einschließlich 14. Februar 2020 verschoben (2 Wochen). Weitere Hinweise im nachfolgenden Link.

Düngung und gesetzliche Grundlagen

Die LfL hat das Gelbe Heft, EDV-Programme zur Düngebedarfsermittlung, N-min-Gehalte u.a. Informationen veröffentlicht. Mit dem neuen Online-Programm ist neben der Bedarfsermittlung auch die N-Simulation verfügbar.

Hinweise der LfL zur Düngeplanung, EDV-Programmen und N-min Externer Link

Sortenhinweise

Die Sortenversuche für den Frühjahrsanbau sind ausgewertet und die darauf aufbauende Sortenempfehlung ist erfolgt.

Sortenempfehlungen Sommerbau

Ungras- und Unkrautbekämpfung

Herbst-Behandlungen abgeschlossen
Die Herbstbehandlungen sind abgeschlossen. Empfehlungen zum weiteren Vorgehen im Frühjahr erhalten Sie ausgangs Winter.

Hinweise der LfL zum Pflanzenschutz in Getreide

Genehmigung für einige bekannte Wirkstoffe nicht erneuert
Die EU-Kommission hat die Genehmigung für die Wirkstoffe Flupyrsulfuron, Propiconazol, Quinoxyfen und Flurtamone nicht erneuert. Im Falle von Flupyrsulfuron hat das BVL bis zu einer endgültigen Entscheidung das Ruhen der Zulassung zum 14.12.2017 angeordnet. Deshalb dürfen die Mittel Absolute M, Ciral, Lexus, Vertix und zugehörige Parallelimporte derzeit nicht mehr angewendet werden. Zum Umgang mit Restmengen muss bis zur endgültigen Entscheidung abgewartet werden.
Im Falle von Flurtamone mussten die Mittel (z.B. Bacara, Bacara forte) in diesem Herbst aufgebraucht werden. Die Aufbrauchfrist endet nämlich am 27.03.2020.
Im Falle von Propiconazol wurden mittlerweile die Abverkaufs- und Aufbrauchfristen festgelegt, die Sie nachfolgend finden. Grundsätzlich waren alle betroffenen Propiconazol-haltigen Mittel (z.B. Agent, Cirkon, Gladio, Tilt, Taspa u.a.) in der Saison 2019 entsprechend ihrer Zulassung aufzubrauchen. Sie dürfen in der Saison 2020 nicht mehr eingesetzt werden.
Mittel mit dem Wirkstoff Fenpropimorph (z.B. Corbel, Opus Top, Diamant, Juwel Top) dürfen 2020 letztmals eingesetzt werden. Auch Mittel mit dem Wirkstoff Triadimenol (z.B. Ceralo, Matador) dürfen 2020 letztmals eingesetzt werden.
Derzeit noch zugelassene Produkte mit dem Wirkstoff Chlorthalonil (z.B. Amistar Opti, Zakeo Opti) haben eine Aufbrauchfrist bis 20. Mai 2020 bekommen. Damit ist ein Einsatz in Wintergerste 2020 nochmals gesichert.
Warndienst beendet
Der Warndienst in Raps ist beendet. Die nachfolgenden Zahlen zeigen die Notwendigkeit, den Zuflug von Rapsschädlingen vor Ort eigenständig zu überwachen. Der Zuflug kann deutliche regionale Schwankungen aufweisen. Dies gilt auch für die Frühjahrsschädlinge.

Warndienst Erdfloh in Winterraps

Unkräuter und Ungräser
Auch die Behandlungen mit Kerb und vergleichbaren Mitteln oder Milestone (erfasst zusätzlich auch z.B. Kamille, Mohn und Kornblume) sollten nun abgeschlossen sein.

Informationen der LfL zum Pflanzenschutz in Raps

Hinweise zum Mais

Maiswurzelbohrer
Im Rahmen des Monitorings wurden 2019 deutlich mehr Maiswurzelbohrer gefangen als im Jahr zuvor. Vor allem in Südostbayern hat sich der Schädling auf Schlägen festgesetzt, auf denen entgegen unserer Beratungsaussage mehrjährig Mais auf Mais gebaut wurde. Teilweise ist hier der Befall mit Fangzahlen von mehr als 1000 Käfern pro Falle regelrecht explodiert und hat zu ersten sichtbaren Schäden im Bestand geführt.
In unserem Dienstgebiet wurde wieder im Bereich des Hafens Fürth und erstmals auch im Donau-Ries jeweils ein bzw. zwei Käfer gefangen.
Nur wenn in drei Jahren maximal zweimal Mais angebaut wird, kann der Maiswurzelbohrer auf unschädlichem Niveau gehalten werden.

Ergebnisse der LfL zum Maiswurzelbohrer-Monitoring 2019 Externer Link

Nun wie befürchtet auch Methiocarb nicht mehr verlängert
Die Europäische Kommission hat entschieden, die Genehmigung für Methiocarb als Wirkstoff in Pflanzenschutzmitteln nicht zu erneuern. Als Aufbrauchfrist für Mesurol flüssig wurde der 03. April 2020 festgelegt. Falls noch entsprechend gebeiztes Maissaatgut vorhanden ist, darf auch dieses nur bis zu diesem Termin ausgesät werden.

Hinweise der LfL zum Pflanzenschutz in Mais

Hinweise zu Kartoffeln

Der Warndienst ist beendet.
Der hohe und frühe Blattlausflug sowie das nochmalige Blattwachstum nach der längeren Trockenphase führte zu stärkeren Virusinfektionen und in Folge zu vermehrten Aberkennungen in der Pflanzguterzeugung.

Blattlauszuflug in Kartoffelbeständen mittels Gelbschalen

Das Ende bekannter Mittel ist beschlossen

Die Europäische Kommission hat entschieden, die Genehmigungen für Pymetrozin (z.B. im Plenum) und Deiquat (z.B. in Reglone) als Wirkstoffe in Pflanzenschutzmitteln nicht zu erneuern. Das BVL hat nun die Zulassungen widerrufen und Aufbrauchfristen festgesetzt. Nachfolgend finden Sie die genaue Daten des BVL zum Zulassungsende sowie zur Abverkaufs-und Aufbrauchfrist.
Im Gegesatz dazu durften Mittel mit den Wirkstoffen Clothianidin, Imidacloprid, Thiamethoxam (z.B. Actara, Dantop, Monceren G u.a.) schon 2019 nicht mehr aufgebraucht und angewendet werden. Diese Mittel sind ordnungsgemäß zu entsorgen.

Hinweise zur Krankheitsbekämpfung in Rüben

Der Warndienst ist beendet.
Die durch eine bestimmte Zikadenart übertragene Krankheit SBR ist iGrenzgebiet zu Baden-Württemberg angekommen. Weder die Zikaden noch die Krankheit selbst können derzeit bekämpft werden.

Hinweise der LfL zum Pflanzenschutz in Rüben

Hinweise zu Leguminosen

Der Warndienst ist beendet.
Informationen für Neueinsteiger
Im Rahmen des bundesweiten Projektes Demonstrationsnetzwerk Erbse/Bohne (DemoNetErBo) haben Neueinsteiger die Möglichkeit, sich in einen E-Mail-Verteiler aufnehmen zu lassen.
Weitere Informationen dazu finden Sie im nachfolgenden Link.

Eiweiß - Bayerische Eiweißinitiative

Hinweise des BVL zum Zulassungsstand in Leguminosen

Auch im Winter ist auf Mäusebesatz zu kontrollieren. Aktive Mauslöcher sollten sofort mit Giftweizen/Giftlinsen belegt werden (3-5 Körner/Linsen pro Loch verdeckt mit Legeflinte ausbringen). Auch das Aufstellen von Sitzstangen (1 bis max. 2 Stück pro ha) ist anzuraten.
Beachten Sie, die neuen Auflagen von Giftweizen bzw. Giftlinsen zum Einsatz in Vogelschutz- und FFH-Gebieten. Einsätze in Naturschutzgebieten sind generell verboten.

Neue Auflagen für fünf Rodentizide Externer Link

Rechtsvorschriften im Pflanzenschutz

Rechtsvorschriften im Pflanzenschutz

Bei den Auflagen den Durchblick behalten
Beachten sie neben den normalen Abstandsauflagen, die meist mit entsprechenden Düsen gelöst werden können, auch die Hangneigungsauflagen (z.B. NW 701, 705, 706 u.a.): Diese erfordern entlang von dauernd oder periodisch wasserführenden Gewässern bei Schlägen mit einer Hangneigung von über 2% einen unbehandelten, geschlossen bewachsenen Randstreifen, der je nach Auflage zwischen 5 und 20 m breit sein muss. Der Randstreifen ist nicht erforderlich, wenn die Bestellung im Mulchsaat- oder Direktsaatverfahren erfolgt. Allerdings muss bei der Mulchsaat zum Zeitpunkt der Behandlung die Mulchauflage mindestens einen Bodenbedeckungsgrad von 30% aufweisen, um anerkannt zu werden.
Bei den Hangneigungsauflagen spielt die Düse keine Rolle, sie dürfen daher nicht mit den Abdriftauflagen (NW600 bis NW609) verwechselt werden.
Abstandsauflagen sind ein Schwerpunkt im Kontrollplan Pflanzenschutz. Eine Übersicht zu den Abstandsauflagen finden Sie im Merkblatt Pflanzenschutz.
Das BVL hat in einer Bekanntmachung festgelegt, dass zu Flächen, auf denen sich regelmäßig Personen aufhalten (also z.B. Wohngebiete, Privatgärten, Freizeitflächen usw.), zu deren Schutz eine grundsätzlicher Abstand von 2 m bei Flächenspritzung und von 5 m bei Raumkulturen einzuhalten ist. Mehr dazu im untenstehenden Link der LfL.
Außerdem ist darauf zu achten, dass der angrenzende Feldrand grundsätzlich nicht getroffen wird. Die äußere Düse muss also einen solchen Abstand zum Feldrand haben, dass dieser durch den Spritzkegel nicht getroffen wird. Kann dies durch die Fahrgassenanlage nicht gewährleistet werden, ist eine entsprechende Randdüse für die erste Fahrgasse im Randbereich zu verwenden.

Mindestabstände bei der Anwendung von Pflanzenschutzmitteln - LfL Externer Link

Viele Düsen mit 90% Abdriftminderung anerkannt
Nachfolgend finden sie alle anerkannten abdriftmindernden Düsen bzw. die Universal-Düsentabelle.

Verzeichnis Verlustmindernde Düsen und Geräte und Düsentabelle - LfL Externer Link

Achtung: Wichtige Regelungen zum Anwenderschutz, Spritzen-TÜV, den Aufbrauchfristen, Dokumentation, Entsorgung

Auflagen zum Schutz des Anwenders sind Bestandteil der Zulassung und der Gebrauchsanleitung. Das Nichtbeachten dieser Bestimmungen kann die Zulassung von Mitteln gefährden. Beherzigen Sie daher die Auflagen zum Anwenderschutz. Eine ausführliche Information finden Sie beispielsweise im Versuchsberichtsheft "Intergrierter Pflanzenbau" und in der nachfolgenden Richtlinie des BVL.

Persönliche Schutzausrüstung beim Umgang mit Pflanzenschutzmitteln (PDF) - Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit Externer Link

Im Juli 2013 ist die neue Pflanzenschutz- Geräteverordnung in Kraft getreten. Demnach müssen künftig Verfügungsberechtigte und Besitzer ihre in Gebrauch befindlichen Pflanzenschutzgeräte in Zeitabständen von sechs Kalenderhalbjahren (bisher vier Kalenderhalbjahre) prüfen lassen, also zukünftig alle drei Jahre statt wie bisher alle zwei Jahre. Mittlerweile sind die Übergangsvorschriften ausgelaufen, so dass sich der aktuelle Prüftermin immer anhand der Plakette ablesen lässt.

Hinweise der LfL zur Gerätetechnik Externer Link

Nutzen Sie die kommende Zeit, um ihre Dokumentation der Pflanzenschutzmaßnahmen zu vervollständigen und ihr Lager auf abgelaufene, nicht mehr einsetzbare Mittel zu überprüfen, um diese ordnungsgemäß zu beseitigen.
Bei der Anwendung von Pflanzenschutzmitteln sind bis 14.06.2011 der Name des Anwenders, die behandelte Kultur, der Schadorganismus, die Anwendungsfläche, das Pflanzenschutzmittel, die Aufwandmenge und das Anwendungsdatum aufzuzeichnen. Danach entfällt der Schadorganismus, die übrigen Punkte bleiben.

Dokumentation von Pflanzenschutzmittelanwendungen Externer Link

Für alle Pflanzenschutzmittel, deren Zulassung nach dem 14. Juni 2011 regulär endet und für die kein Anwendungsverbot ausgesprochen wird, gilt folgendes: Nach Ende der Zulassung besteht eine Abverkaufsfrist von 6 Monaten für den Handel. Dies ist neu, da bisher nicht mehr zugelassene Mittel auch nicht mehr verkauft werden durften. Der Anwender hat nach Ende der Zulassung eine Aufbrauchfrist von maximal 18 Monaten. Beispiel: Bei Mittel XY endete die Zulassung am 31.12.2011, der Handel darf noch bis zum 30.06.2012 abverkaufen, der Anwender noch bis 30.06.2013 ausbringen. Mehr dazu im nachfolgenden Link.

Kürzere Aufbrauchfristen für Pflanzenschutzmittel - LfL Externer Link

Produkte, deren Aufbrauchfrist abgelaufen ist, dürfen nicht mehr eingesetzt werden.
Im neuen Pflanzenschutzgesetz vom 14.02.2012 wurde eine Beseitigungspflicht (§15) für bestimmte, nicht mehr einsetzbare Pflanzenschutzmittel eingeführt. Die Vorschrift ist CC-relevant. Sie sind auf der sicheren Seite, wenn Sie am besten alle Pflanzenschutzmittel, die keine Zulassung und keine Aufbrauchfrist mehr haben, ordnungsgemäß beseitigen, auch wenn nicht jedes dieser Mittel von der Beseitigungspflicht betroffen sein wird. Kontrollieren Sie daher in der noch ruhigeren Zeit ihr Lager und entsorgen Sie die Mittel, die nicht mehr angewandt werden dürfen, über Wertstoffhöfe oder Fachfirmen. Auch manche Landhandelsfirma bietet in unregelmäßigen Abständen Sonderaktionen hierzu an.

Aktueller Hinweis zur Mäusebekämpfung

Mäuselöcher im Grünland

Mäuselöcher im Grünland

Das trockene Jahr 2019 hat regional zu einem Anstieg bei der Mäusepopulation geführt. Das feuchte Wetter im Herbst kann aber einen Anstieg verhindern bzw. die Population wieder reduzieren. Trotzdem ist zum Vegetationsbeginn auf Besatz zu kontrollieren und aktive Löcher sind sofort mit Giftweizen/Giftlinsen zu belegen (3-5 Körner/Linsen pro Loch verdeckt mit Legeflinte ausbringen). Dies ist derzeit die einzige zugelassene chemische Bekämpfungsmöglichkeit. Nutzen Sie aber auch indirekte Maßnahmen wie das Aufstellen von Sitzstangen für Greifvögel (1 bis 2 Sitzstangen pro ha sind ausreichend).
Beachten Sie, die neuen Auflagen von Giftweizen bzw. Giftlinsen zum Einsatz in Vogelschutz- und FFH-Gebieten. Einsätze in Naturschutzgebieten sind generell verboten.

BVL konkretisiert Anwendungsbestimmungen für fünf Rodentizidprodukte Externer Link