Pflanzenschutzwarndienst für Mittelfranken
Aktuelle Hinweise vom 07. April 2020
von Fachzentrum Pflanzenbau Ansbach

Das Fachzentrum Pflanzenbau an unserem Amt für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten Ansbach gibt regelmäßig aktuelle Pflanzenschutz- und Anbauhinweise zu wichtigen Kulturen für Mittelfranken.

Grundsätzlicher Hinweis zur Düngeverordnung

Aktuelle Düngeverordnung beachten
Beachten Sie die Vorgaben der Düngeverordnung.
Weitere Hinweise im nachfolgenden Link.

Düngung und gesetzliche Grundlagen

Die LfL stellt das Gelbe Heft, EDV-Programme zur Düngebedarfsermittlung, N-min-Gehalte u.a. Informationen zur Verfügung. Mit dem Online-Programm ist neben der Bedarfsermittlung auch die N-Simulation verfügbar.

Hinweise der LfL zur Düngeplanung, EDV-Programmen und N-min Externer Link

Sortenhinweise

Die Sortenversuche für den Frühjahrsanbau sind ausgewertet und die darauf aufbauende Sortenempfehlung ist erfolgt.

Sortenempfehlungen Sommerbau

Ungras- und Unkrautbekämpfung

Behandlungen in Wintergetreide baldmöglichst abschließen
Wo noch nicht geschehen, sollten die regulären Behandlungen gegen Ungräser und Unkräuter möglichst in dieser Woche abgeschlossen werden.
Weitere Hinweise, auch zur Spätbehandlung oder zum Herbizideinsatz in Sommergetreide finden Sie bei der LfL.

Ungräser und Unkräuter Externer Link

Bekämpfung von Krankheiten und Schädlingen

Wintergerste zeigt meist noch keinen bekämpfungswürdigen Befall
Wintergerste befindet sich meist zu Beginn des Schossens (BBCH 30) bis 1-Knotenstadium (BBCH 31), nur sehr frühe, milde Lagen können um Ostern schon das 2-Knotenstadium erreichen, die Jura-Lagen sind dagegen mit BBCH 29 meist noch etwas zurück. Derzeit sind je nach Lage und Sorte die typischen Blattkrankheiten Zwergrost, Mehltau, Netzflecken und manchmal Rhynchosporium-Blattflecken auf den unteren Blättern zu finden. Diese Blattetagen sind aber nicht ertrags- und nicht bekämpfungsrelevant. Netzflecken und Zwergrost benötigen für eine deutliche Vermehrung mehrtägige Temperaturen von 20°C und mehr, Netzflecken benötigen zusätzlich Feuchte durch Niederschläge, bei Zwergrost reicht Taubildung aus. Rhynchosporium kann sich nur bei spürbaren Niederschlägen ausbreiten. Die Vorlage eines Fungizids (meist in Kombination mit Wachstumsreglern) in BBCH 31/32 ist nur bei deutlichem Befallsanstieg auf den oberen drei bis vier Blättern angezeigt, wobei Verwechslungen mit Stressflecken zu vermeiden sind. Nach derzeitiger Witterungsprognose ist ein zunehmender, bekämpfungswürdiger Befall aber kaum zu erwarten, allenfalls ist auf Zwergrost zu achten. Somit empfehlen wir derzeit in den meisten Fällen auch keine Vorlage und abzuwarten, wie sich der Befall nach Ostern entwickelt. Die Wirtschaftlichkeit einer Vorbehandlung war in den vergangenen Jahren nur sehr selten gegeben und beschränkte sich in der Regel auf Standorte mit hohem Ertragsvermögen. Meist war die Einmal-Behandlung in BBCH 39/49 – letztmals mit Kombinationen auf Basis Amistar Opti/Zakeo Opti - ausreichend und mit am wirtschaftlichsten.
Wachstumsreglermaßnahmen sind in dieser Woche in Beständen sinnvoll, die BBCH 31 erreicht haben und über eine erkennbar gute Wüchsigkeit verfügen.
Noch entspannte Situation in Weizen, Triticale und Rogggen
Insgesamt ist entweder der Krankheitsdruck noch zu gering bzw. die Entwicklung noch nicht soweit, als dass Fungizidbehandlungen schon sinnvoll wären. Hier bleibt abzuwarten, ob und wie hoch die Niederschläge über Ostern tatsächlich ausfallen.
Winterweizen befindet sich meist Ende der Bestockung bis Beginn Schossen (BBCH 29/30), nur Frühsaaten sind schon weiter, Jura-Lagen sind meist noch in der Bestockung (BBCH 25-29). Das Monitoring beginnt am 14. April. Ein im Vergleich zum Vorjahr höherer Ausgangsbefall mit Septoria tritici auf den unteren Blättern ist zwar bei früheren Saatterminen vorhanden, aber selbst hier müssen erst ausreichend Niederschläge die ertragsrelevanten Blätter infizieren. Wenn in nächster Zeit Niederschläge ausbleiben, die mindestens zwei Tage lang für Blattnässe sorgen, wird sich erst spät bekämpfungswürdiger Befall aufbauen.
Triticale befindet sich je nach Lage Ende der Bestockung bis 1-Knotenstadium (BBCH 29-31), Jura-Lagen sind noch in der Bestockung. Auch in Triticale beginnt das Monitoring am 14. April. Nach derzeitiger Einschätzung ist allenfalls in dichten GPS-Beständen auf Mehltau zu achten, in manchen Sorten zeigen sich Rhynchosporium-Blattflecken, die aber erst relevant werden, wenn es deutliche Niederschläge gibt. Befall mit Gelbrost wurde bisher bei uns noch nicht gefunden, Kontrollen sind in anfälligeren Sorten (z.B. Rhenio, Tantris, SU Agendus, Silvrado u.a.) aber ab dem Schossen regelmäßig angezeigt.
In Winterroggen (meist um BBCH 30/31) ist der Befallsdruck mit Rhynchosporium aufgrund der längeren Trockenphase bisher eher gering. Eine Behandlung ist nur dann angezeigt, wenn die Hälfte der Pflanzen auf den obersten drei voll entwickelten Blättern befallen ist und in der Woche vor der geplanten Behandlung Regen gefallen ist. Derzeit also abwarten.
Wachstumsreglermaßnahmen sind in wüchsigen Beständen mit lageranfälligeren Sorten ab Schossbeginn bei ausreichender Wasserversorgung sinnvoll.

Hinweise der LfL zu Krankheiten und Schädlingen in Getreide

Genehmigung für einige bekannte Wirkstoffe nicht erneuert - Prochloraz nicht mehr in Gerste einsetzbar
Die EU-Kommission hat die Genehmigung für die Wirkstoffe Flupyrsulfuron, Propiconazol, Quinoxyfen und Flurtamone nicht erneuert. Im Falle von Flupyrsulfuron hat das BVL bis zu einer endgültigen Entscheidung das Ruhen der Zulassung zum 14.12.2017 angeordnet. Deshalb dürfen die Mittel Absolute M, Ciral, Lexus, Vertix und zugehörige Parallelimporte derzeit nicht mehr angewendet werden. Zum Umgang mit Restmengen muss bis zur endgültigen Entscheidung abgewartet werden.
Im Falle von Flurtamone mussten die Mittel (z.B. Bacara, Bacara forte) in diesem Herbst aufgebraucht werden. Die Aufbrauchfrist endet nämlich am 27.03.2020.
Im Falle von Propiconazol wurden mittlerweile die Abverkaufs- und Aufbrauchfristen festgelegt, die Sie nachfolgend finden. Grundsätzlich waren alle betroffenen Propiconazol-haltigen Mittel (z.B. Agent, Cirkon, Gladio, Tilt, Taspa u.a.) in der Saison 2019 entsprechend ihrer Zulassung aufzubrauchen. Sie dürfen in der Saison 2020 nicht mehr eingesetzt werden.
Mittel mit dem Wirkstoff Fenpropimorph (z.B. Corbel, Opus Top, Diamant, Juwel Top) dürfen 2020 letztmals eingesetzt werden. Auch Mittel mit dem Wirkstoff Triadimenol (z.B. Ceralo, Matador) dürfen 2020 letztmals eingesetzt werden.
Derzeit noch zugelassene Produkte mit dem Wirkstoff Chlorthalonil (z.B. Amistar Opti, Zakeo Opti) haben eine Aufbrauchfrist bis 20. Mai 2020 bekommen. Damit ist ein Einsatz in Wintergerste 2020 nochmals gesichert.
Mittel zur Spritzanwendung mit dem Wirkstoff Prochloraz (Ampera, Eleando, Kantik, Mirage 45 EC) dürfen aufgrund einer Absenkung der Rückstandshöchstmenge ab sofort in Gerste nicht mehr eingesetzt werden, die übrigen Zulassungen in weiteren Kulturen bleiben dagegen bestehen. Weiteres ist der BVL-Fachmeldung zu entnehmen.
Jetzt auf Glanzkäfer kontrollieren
Solange der Raps noch nicht aufblüht, ist der weitere Zuflug des Glanzkäfers an den Knospen zu kontrollieren. Die Gelbschalen sind hierfür ungeeignet und können vom Acker geholt werden. Auch wenn man meint, es seien sehr viele Glanzkäfer in der Gelbschale, heißt das noch lange nicht, dass die Bekämpfungsschwelle überschritten ist. Diese liegt in normalen Beständen bei mindestens 10 (!) Glanzkäfern pro Pflanze (Knospe), nur in wirklich schwachen, dünnen Beständen bei mindestens 5 Käfern. Kontrollieren Sie außerdem nicht nur am Feldrand, hier ist der Befall oft überdurchschnittlich hoch, sondern vor allem weiter innen im Feld. Die Bekämpfungsschwelle wurde am gestrigen Montag (06.04.) in unseren Kontrollschlägen noch nirgends erreicht. Die Zahlen schwanken je nach Standort von 0 bis 7 Käfern pro Pflanze. Ob der Befall noch über die Schwelle ansteigt, muss täglich selbst vor Ort kontrolliert werden – am besten ab nachmittags, wenn es ausreichend warm ist. Dies wird in vielen Fällen in der zweiten Wochenhälfte der Fall sein. Vermeiden Sie daher unnötige Behandlungen. Sobald der Raps aufblüht, ist eine Behandlung nicht mehr nötig.
Achten Sie im Falle einer notwendigen Behandlung auf den Bienenschutz. Als B4-Produkte (Einschränkungen bei Mischungen beachten) stehen Biscaya und Mospilan SG sowie Mavrik Vita bzw. Evure zur Verfügung, die bei normalem Druck auch ausreichen. Biscaya darf in dieser Saison zum letzten Mal eingesetzt werden! Der Einsatz der Mittel gegen Glanzkäfer sollte grundsätzlich erst nach dem ersten Massenzuflug (Bekämpfungsschwelle siehe oben) erfolgen. Achten Sie bei einer Behandlung darauf, dass die Glanzkäfer in den Knospen aktiv sind und gut getroffen werden,
Ob Fungizide zur Wachstumsregulierung Sinn machen, muss jeder Anbauer selber beurteilen. In unseren Versuchen war es regelmäßig der Anwendungstermin mit der niedrigsten (oft negativen) Wirtschaftlichkeit und der schlechtesten Verträglichkeit (teilweise mit absoluten Mindererträgen). Aufgrund der weiterhin eher trockenen Witterung sollten Einsätze derzeit unterbleiben.

Warndienst Rapsschädlinge

Informationen der LfL zum Pflanzenschutz in Raps

Insektizid-Wirkstoffe werden weniger
Beachten Sie folgende Einschränkungen: Nachdem ab 01.02.2020 die Anwendung von Plenum generell verboten ist, wurde auch die EU-Zulassung für den Wirkstoff Thiacloprid (z.B. Biscaya) nicht mehr verlängert, sie endet damit am 30.04.2020. Eine Abverkaufs- und Aufbrauchfrist wurde noch nicht endgültig veröffentlicht. Nach derzeitiger Information soll es der 03.02.2021 sein. Ein Aufbrauchen ist also auf alle Fälle im Frühjahr im Raps möglich und 2021 wird sicher kein Einsatz mehr möglich sein. Brauchen Sie Biscaya also 2020 entsprechend auf und kaufen Sie nur soviel, wie Sie 2020 verbrauchen können.

Hinweise zum Mais

Maiswurzelbohrer
Im Rahmen des Monitorings wurden 2019 deutlich mehr Maiswurzelbohrer gefangen als im Jahr zuvor. Vor allem in Südostbayern hat sich der Schädling auf Schlägen festgesetzt, auf denen entgegen unserer Beratungsaussage mehrjährig Mais auf Mais gebaut wurde. Teilweise ist hier der Befall mit Fangzahlen von mehr als 1000 Käfern pro Falle regelrecht explodiert und hat zu ersten sichtbaren Schäden im Bestand geführt.
In unserem Dienstgebiet wurde wieder im Bereich des Hafens Fürth und erstmals auch im Donau-Ries jeweils ein bzw. zwei Käfer gefangen.
Nur wenn in drei Jahren maximal zweimal Mais angebaut wird, kann der Maiswurzelbohrer auf unschädlichem Niveau gehalten werden.

Ergebnisse der LfL zum Maiswurzelbohrer-Monitoring 2019 Externer Link

Nun wie befürchtet auch Methiocarb nicht mehr verlängert
Die Europäische Kommission hat entschieden, die Genehmigung für Methiocarb als Wirkstoff in Pflanzenschutzmitteln nicht zu erneuern. Als Aufbrauchfrist für Mesurol flüssig wurde der 03. April 2020 festgelegt. Falls noch entsprechend gebeiztes Maissaatgut vorhanden ist, darf auch dieses nur bis zu diesem Termin ausgesät werden.
Mittlerweile wurde für das Produkt Korit 420 S mit dem Wirkstoff Ziram eine Notfallzulassung gegen Vogelfraß an Mais erteilt. Entsprechend gebeiztes Saatgut darf bei uns ausgesät werden. Die Wirkung gegen Vogelfraß ist nach bisherigen Aussagen mit der von Mesurol vergleichbar. Die Anwendungsbestimmungen (Abdriftmindernde Sägeräte, Abstände, etc.) sind dringend zu beachten (siehe untenstehender Link).
Bienenschuz auch bei Glyphosat-Einsatz beachten
Bitte beachten Sie den folgenden Hinweis des Deutschen Imkerbundes e. V. (D.I.B.): „Dieses Frühjahr gibt es eine Besonderheit. Durch den milden Winter sind Zwischenfrüchte nicht überall abgefroren und kommen teilweise in die Blüte. Diese wird bei den herrschenden, milden Temperaturen von Bienen und anderen Insekten beflogen. Durch den Einsatz von Glyphosat-haltigen Mitteln in blühende Bestände könnte es zum Eintrag in Frühtrachthonige kommen und das in einem hohen Maße. Solche Honige wären nach der Rückstandshöchstmengenverordnung dann eventuell nicht mehr verkehrsfähig. Auch die Spritzung des Mittels außerhalb des Bienenfluges kann diese Gefahr nicht senken, da die Belastung der Blüte über einen längeren Zeitraum andauert. Das haben wissenschaftliche Versuche der Bieneninstitute bestätigt.“

Hinweise der LfL zum Pflanzenschutz in Mais

Hinweise zu Kartoffeln

Das Produkt Attracap hat vom 19.02.2020 bis 17.06.2020 eine Notfallzulassung gegen Drahtwurm erhalten. Die Ergebnisse in unseren Versuchen sind stark schwankend. Weitere Infos im nachfolgenden Link.

Notfallzulassung für Attracap Externer Link

Das Ende bekannter Mittel ist beschlossen

Die Europäische Kommission hat entschieden, die Genehmigungen für Pymetrozin (z.B. im Plenum) und Deiquat (z.B. in Reglone) als Wirkstoffe in Pflanzenschutzmitteln nicht zu erneuern. Ein Einsatz dieser Mittel ist 2020 nicht mehr möglich. Das BVL hat die Zulassungen widerrufen und Aufbrauchfristen festgesetzt. Nachfolgend finden Sie die genaue Daten des BVL zum Zulassungsende sowie zur Abverkaufs-und Aufbrauchfrist.
Im Gegesatz dazu durften Mittel mit den Wirkstoffen Clothianidin, Imidacloprid, Thiamethoxam (z.B. Actara, Dantop, Monceren G u.a.) schon 2019 nicht mehr aufgebraucht und angewendet werden. Diese Mittel sind ordnungsgemäß zu entsorgen.
2020 darf auch Biscaya letztmals z.B. gegen Kartoffelkäfer eingesetzt werden. Ein Einsatz ab 2021 wird nicht mehr erlaubt sein.

Hinweise zu Rüben

Beachten Sie bei der Planung der Herbizidstrategie, dass das Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit die Zulassung aller Pflanzenschutzmittel mit dem Wirkstoff Desmedipham zum 1. Januar 2020 widerrufen hat. Es handelt sich um folgende Pflanzenschutzmittel: Betasana Trio SC (005714-00), InnoProtect Beta Team (005714-60), Betanal MAXXPRO (006852-00), Belvedere Extra (007166-00), Betanal Expert (024991-00), Beetup Compact SC (007461-00). Für alle genannten Mittel gilt eine Abverkaufsfrist bis zum 1. Juli 2020. Diese Frist ergibt sich aus dem Pflanzenschutzgesetz. Die Aufbrauchfrist für alle genannten Pflanzenschutzmittel endet ebenfalls am 1. Juli 2020.
Das Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit (BVL) hat Notfallzulassungen für die Pflanzenschutzmittel Mospilan SG, Danjiri und Carnadine für den Zeitraum von 120 Tagen erteilt. Die Notfallzulassungen dienen zur Bekämpfung von Blattläusen beim Anbau von Futter- und Zuckerrüben. Weitere Infos im nachfolgenden Link.
Die durch eine bestimmte Zikadenart übertragene Krankheit SBR ist 2019 im Grenzgebiet zu Baden-Württemberg angekommen. Weder die Zikaden noch die Krankheit selbst können derzeit bekämpft werden.

Hinweise der LfL zum Pflanzenschutz in Rüben

Hinweise zu Leguminosen

Bei entsprechenden Reihenabständen sind neben Hackstriegeln auch Hackgeräte zur mechanischen Unkrautregulierung einsetzbar. Beachten Sie, dass Leguminosen, die als Ökologische Vorrangflächen (ÖVF) im Rahmen des Greenings angerechnet werden sollen, nicht mehr mit Pflanzenschutzmitteln behandelt werden dürfen.
Erbsen und Ackerbohnen: Nachdem für den Nachauflauf keine ausreichend wirksamen Produkte mehr zur Verfügung stehen, sind unbedingt Behandlungen im Vorauflauf durchzuführen. Hier werden z.B. 0,25 l/ha Centium 36 CS + 2,5 l/ha Bandur, 3,0 l/ha Boxer + 2,0 l/ha Stomp Aqua oder 3,5-4,0 l/ha Bandur oder 2,4 kg/ha Novitron empfohlen.
In Sojabohnen sind seit längerem Stomp Aqua (bis 2,6 l/ha, in der Praxis aus Verträglichkeitsgründen empfohlen bis maximal 1,5 l/ha), Spectrum (0,8 l/ha auf leichten und 1,4 l/ha auf mittleren bis schweren Böden), Sencor liquid (bis 0,4 l/ha), Centium 36 CS (0,25 l/ha) und Artist (2,0 kg/ha) im Vorauflauf sowie Harmony SX (max. 2 x 7,5 g/ha) im Nachauflauf zugelassen. Bei ausreichend Bodenfeuchte hat sich die Mischung 0,6-1,0 l/ha Spectrum + 0,25-0,4 l/ha Sencor liquid + 0,2-0,25 l/ha Centium 36 CS sowie alternativ die Kombination von 1,5-2,0 kg/ha Artist + 0,2-0,25 l/ha Centium 36 CS jeweils im Vorauflauf bewährt. Die Sorte ES Mentor kann durch Metribuzin-haltige Mittel (Sencor, Artist) nach starken Niederschlägen geschädigt werden. Außerdem ist 1,0 l/ha Clearfield Clentiga (+ 1,0 l/ha Dash) in Soja von BBCH 10 bis BBCH 25 zugelassen. In der Regel ist aber vorher eine normale Vorauflaufanwendung durchzuführen und dann bei nicht ausreichender Wirkung mit Clearfield Clentiga + Dash (+ Zumischung von evtl. 7,5 g/ha Harmony) im Keim- bis max. 2-Blattstadium der Unkräuter nachzubehandeln. Eine alleinige Anwendung von Clearfield Clentiga ohne Vorlage hat sich nicht bewährt.
Informationen für Neueinsteiger
Im Rahmen des bundesweiten Projektes Demonstrationsnetzwerk Erbse/Bohne (DemoNetErBo) haben Neueinsteiger die Möglichkeit, sich in einen E-Mail-Verteiler aufnehmen zu lassen.
Weitere Informationen dazu finden Sie im nachfolgenden Link.

Eiweiß - Bayerische Eiweißinitiative

Hinweise des BVL zum Zulassungsstand in Leguminosen

Auch im Winter ist auf Mäusebesatz zu kontrollieren. Aktive Mauslöcher sollten sofort mit Giftweizen/Giftlinsen belegt werden (3-5 Körner/Linsen pro Loch verdeckt mit Legeflinte ausbringen). Auch das Aufstellen von Sitzstangen (1 bis max. 2 Stück pro ha) ist anzuraten.
Beachten Sie, die neuen Auflagen von Giftweizen bzw. Giftlinsen zum Einsatz in Vogelschutz- und FFH-Gebieten. Einsätze in Naturschutzgebieten sind generell verboten.

Neue Auflagen für fünf Rodentizide Externer Link

Rechtsvorschriften im Pflanzenschutz

Rechtsvorschriften im Pflanzenschutz

Bei den Auflagen den Durchblick behalten
Beachten sie neben den normalen Abstandsauflagen, die meist mit entsprechenden Düsen gelöst werden können, auch die Hangneigungsauflagen (z.B. NW 701, 705, 706 u.a.): Diese erfordern entlang von dauernd oder periodisch wasserführenden Gewässern bei Schlägen mit einer Hangneigung von über 2% einen unbehandelten, geschlossen bewachsenen Randstreifen, der je nach Auflage zwischen 5 und 20 m breit sein muss. Der Randstreifen ist nicht erforderlich, wenn die Bestellung im Mulchsaat- oder Direktsaatverfahren erfolgt. Allerdings muss bei der Mulchsaat zum Zeitpunkt der Behandlung die Mulchauflage mindestens einen Bodenbedeckungsgrad von 30% aufweisen, um anerkannt zu werden.
Bei den Hangneigungsauflagen spielt die Düse keine Rolle, sie dürfen daher nicht mit den Abdriftauflagen (NW600 bis NW609) verwechselt werden.
Abstandsauflagen sind ein Schwerpunkt im Kontrollplan Pflanzenschutz. Eine Übersicht zu den Abstandsauflagen finden Sie im Merkblatt Pflanzenschutz.
Die Abstandsauflagen sind unabhängig vom jetzt eventuell vorgeschriebenen Gewässerrandstreifen nach dem Volksbegehren "Rettet die Bienen" einzuhalten. Der Gewässerrandstreifen kann allerdings auf die notwendigen Abstandsflächen je nach Pflanzenschutzmittelauflage angerechnet werden, wenn er die entsprechenden Vorgaben erfüllt.

Pflanzenschutz-Merkblatt Externer Link

Das BVL hat in einer Bekanntmachung festgelegt, dass zu Flächen, auf denen sich regelmäßig Personen aufhalten (also z.B. Wohngebiete, Privatgärten, Freizeitflächen usw.), zu deren Schutz eine grundsätzlicher Abstand von 2 m bei Flächenspritzung und von 5 m bei Raumkulturen einzuhalten ist. Mehr dazu im untenstehenden Link der LfL.
Außerdem ist darauf zu achten, dass der angrenzende Feldrand grundsätzlich nicht getroffen wird. Die äußere Düse muss also einen solchen Abstand zum Feldrand haben, dass dieser durch den Spritzkegel nicht getroffen wird. Kann dies durch die Fahrgassenanlage nicht gewährleistet werden, ist eine entsprechende Randdüse für die erste Fahrgasse im Randbereich zu verwenden.

Mindestabstände bei der Anwendung von Pflanzenschutzmitteln - LfL Externer Link

Viele Düsen mit 90% Abdriftminderung anerkannt
Nachfolgend finden sie alle anerkannten abdriftmindernden Düsen bzw. die Universal-Düsentabelle.

Verzeichnis Verlustmindernde Düsen und Geräte und Düsentabelle - LfL Externer Link

Achtung: Wichtige Regelungen zum Anwenderschutz, Spritzen-TÜV, den Aufbrauchfristen, Dokumentation, Entsorgung

Auflagen zum Schutz des Anwenders sind Bestandteil der Zulassung und der Gebrauchsanleitung. Das Nichtbeachten dieser Bestimmungen kann die Zulassung von Mitteln gefährden. Beherzigen Sie daher die Auflagen zum Anwenderschutz. Eine ausführliche Information finden Sie beispielsweise im Versuchsberichtsheft "Intergrierter Pflanzenbau" und in der nachfolgenden Richtlinie des BVL.

Persönliche Schutzausrüstung beim Umgang mit Pflanzenschutzmitteln (PDF) - Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit Externer Link

Im Juli 2013 ist die neue Pflanzenschutz- Geräteverordnung in Kraft getreten. Demnach müssen künftig Verfügungsberechtigte und Besitzer ihre in Gebrauch befindlichen Pflanzenschutzgeräte in Zeitabständen von sechs Kalenderhalbjahren (bisher vier Kalenderhalbjahre) prüfen lassen, also zukünftig alle drei Jahre statt wie bisher alle zwei Jahre. Mittlerweile sind die Übergangsvorschriften ausgelaufen, so dass sich der aktuelle Prüftermin immer anhand der Plakette ablesen lässt.

Hinweise der LfL zur Gerätetechnik Externer Link

Nutzen Sie die kommende Zeit, um ihre Dokumentation der Pflanzenschutzmaßnahmen zu vervollständigen und ihr Lager auf abgelaufene, nicht mehr einsetzbare Mittel zu überprüfen, um diese ordnungsgemäß zu beseitigen.
Bei der Anwendung von Pflanzenschutzmitteln sind bis 14.06.2011 der Name des Anwenders, die behandelte Kultur, der Schadorganismus, die Anwendungsfläche, das Pflanzenschutzmittel, die Aufwandmenge und das Anwendungsdatum aufzuzeichnen. Danach entfällt der Schadorganismus, die übrigen Punkte bleiben.

Dokumentation von Pflanzenschutzmittelanwendungen Externer Link

Für alle Pflanzenschutzmittel, deren Zulassung nach dem 14. Juni 2011 regulär endet und für die kein Anwendungsverbot ausgesprochen wird, gilt folgendes: Nach Ende der Zulassung besteht eine Abverkaufsfrist von 6 Monaten für den Handel. Dies ist neu, da bisher nicht mehr zugelassene Mittel auch nicht mehr verkauft werden durften. Der Anwender hat nach Ende der Zulassung eine Aufbrauchfrist von maximal 18 Monaten. Beispiel: Bei Mittel XY endete die Zulassung am 31.12.2011, der Handel darf noch bis zum 30.06.2012 abverkaufen, der Anwender noch bis 30.06.2013 ausbringen. Mehr dazu im nachfolgenden Link.

Kürzere Aufbrauchfristen für Pflanzenschutzmittel - LfL Externer Link

Produkte, deren Aufbrauchfrist abgelaufen ist, dürfen nicht mehr eingesetzt werden.
Im neuen Pflanzenschutzgesetz vom 14.02.2012 wurde eine Beseitigungspflicht (§15) für bestimmte, nicht mehr einsetzbare Pflanzenschutzmittel eingeführt. Die Vorschrift ist CC-relevant. Sie sind auf der sicheren Seite, wenn Sie am besten alle Pflanzenschutzmittel, die keine Zulassung und keine Aufbrauchfrist mehr haben, ordnungsgemäß beseitigen, auch wenn nicht jedes dieser Mittel von der Beseitigungspflicht betroffen sein wird. Kontrollieren Sie daher in der noch ruhigeren Zeit ihr Lager und entsorgen Sie die Mittel, die nicht mehr angewandt werden dürfen, über Wertstoffhöfe oder Fachfirmen. Auch manche Landhandelsfirma bietet in unregelmäßigen Abständen Sonderaktionen hierzu an.

Aktueller Hinweis zur Mäusebekämpfung

Mäuselöcher im Grünland

Mäuselöcher im Grünland

Das trockene Jahr 2019 hat regional zu einem Anstieg bei der Mäusepopulation geführt. Das feuchte Wetter im Herbst kann aber einen Anstieg verhindern bzw. die Population wieder reduzieren. Trotzdem ist zum Vegetationsbeginn auf Besatz zu kontrollieren und aktive Löcher sind sofort mit Giftweizen/Giftlinsen zu belegen (3-5 Körner/Linsen pro Loch verdeckt mit Legeflinte ausbringen). Dies ist derzeit die einzige zugelassene chemische Bekämpfungsmöglichkeit. Nutzen Sie aber auch indirekte Maßnahmen wie das Aufstellen von Sitzstangen für Greifvögel (1 bis 2 Sitzstangen pro ha sind ausreichend).
Beachten Sie, die neuen Auflagen von Giftweizen bzw. Giftlinsen zum Einsatz in Vogelschutz- und FFH-Gebieten. Einsätze in Naturschutzgebieten sind generell verboten.

BVL konkretisiert Anwendungsbestimmungen für fünf Rodentizidprodukte Externer Link