Düngung und gesetzliche Grundlagen

Düngung

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Die Düngegesetzgebung wurde umfassend novelliert. Neben der neuen Düngeverordnung (DüV) sind für bestimmte Betriebe zusätzliche Vorgaben zum Inverkehrbringen von Wirtschaftsdüngern oder zur Erstellung einer betrieblichen Stoffstrombilanz relevant.

Ausführliche Informationen stehen unter den angegebenen Links auf den Internetseiten der Landesanstalt für Landwirtschaft (LfL) zur Verfügung.

Verschiebung der Sperrfrist 2020/2021

Landkreis Nürnberger Land
Die Sperrfrist auf Dauergrünland und Ackerland mit mehrjährigem Feldfutterbau bei einer Aussaat bis spätestens 15. Mai 2020 wird im Landkreis Nürnberger Land auf den Zeitraum 29. November 2020 bis einschließlich 28. Februar 2021 (4 Wochen) verschoben.
Weitere Landkreise und kreisfreie Städte in Mittelfranken
Außerdem wird die Sperrfrist auf Dauergrünland und Ackerland mit mehrjährigem Feldfutterbau bei einer Aussaat bis spätestens 15. Mai 2020 in folgenden Landkreisen und kreisfreien Städten von Mittelfranken auf den Zeitraum 15. November 2020 bis einschließlich 14. Februar 2021 (2 Wochen) verschoben:
  • Stadt und Landkreis Roth
  • Kreisfreie Stadt Schwabach
  • Landkreis Neustadt/A.-Bad Windsheim
  • Stadt Nürnberg (inkl. Nürnberg-Süd)
  • Stadt und Landkreis Ansbach
  • Landkreis Weißenburg-Gunzenhausen
  • Stadt und Landkreis Fürth
  • Stadt Erlangen und Landkreis Erlangen-Höchstadt
Diese Verschiebung gilt für die Ausbringung von Düngemitteln mit wesentlichen Gehalten an Stickstoff, ausgenommen Festmist von Huftieren oder Klauentieren oder Komposte.
Im Übrigen bleiben die Bestimmungen der Düngeverordnung unberührt. Dies gilt insbesondere für das Verbot, Düngemittel auf überschwemmten, wassergesättigten, gefrorenen oder mit Schnee bedeckten Boden auszubringen.
Vorgaben in Wasserschutzgebieten beachten
Auch Vorgaben in Wasserschutzgebieten bleiben weiterhin gültig.

Rote Gebiete, Gelbe Gebiete

Ausführungsverordnung DüV - rote Gebiete, gelbe Gebiete seit 01.01.2021

Neben der Gebietsausweisung verpflichtet die Düngeverordnung die Landesregierungen, in Gebieten mit einer hohen Nitratbelastung des Grundwassers (sogenannte "Rote Gebiete") oder einer Eutrophierung von Oberflächengewässern (sogenannte "Gelbe Gebiete") per Landesverordnung Auflagen bei der Landbewirtschaftung zu erlassen. Bayern kommt dieser Verpflichtung mit der "Verordnung über besondere Anforderungen an die Düngung und Erleichterungen bei der Düngung (AVDüV)" nach.
Die betroffenen Flächen und der prozentuale Anteil an der gesamten landwirtschaftlich genutzten Fläche (LF) eines Betriebs können von jedem Landwirt im zugangsgeschützten Bereich von iBALIS unter dem Register Betriebsinformation > Betriebsspiegel > rote und gelbe Gebiete (AVDüv) eingesehen werden. Im öffentlich zugänglichen Kartenviewer Agrar und in der Feldstückskarte können die betroffenen Flächen zudem eingesehen werden.

Änderung der Düngeverordnung seit 01.05.2020

Am 01.05.2020 traten die Änderungen der Düngeverordnung in Kraft. Mit Jahresbeginn 2021 sind nun die meisten neuen Vorgaben wirksam:
  • Wegfall der Nährstoffbilanz, stattdessen Aufzeichnung der tatsächlichen Düngung innerhalb von 2 Tagen nach der erfolgten Düngung:
    • Neben der Schlagbezeichnung, Bewirtschaftungseinheit und der Schlaggröße sind die Düngerart, die Ausbringmenge und die Gesamtmenge des ausgebrachten Stickstoffs und des Phosphats aufzuzeichnen.
    • Bei Weidehaltung ist die Zahl der Weidetage sowie die Art und Zahl der Tiere nach Abschluss der Weidehaltung aufzuzeichnen.
    • Die Aufzeichnungen können formlos (z.B. handschriftlich) erfolgen (siehe Muster-Formblatt). Ab 2021 wird die Aufzeichnung direkt in der EDV-Anwendung zur Düngebedarfsermittlung der LfL möglich sein.
  • Erweiterung der Sperrfristen für Festmist von Huf- und Klauentieren und Kompost (1.12.-15.01.)
  • Neue Sperrfrist für Phosphatdünger mit mehr als 0,5 % Phosphat in der Trockenmasse (1.12.-15.01.)
  • Begrenzung der Düngung von Grünland und mehrjährigem Feldfutterbau mit flüssigen organischen Düngern auf 80 kg N/ha ab 01.09.
  • Erweiterung der Gewässerabstände bei zum Gewässer hin geneigten Flächen
  • Die Anrechnung der organischen Düngung im Herbst wurde geändert. Zudem können Ausbringverluste bei der Düngebedarfsermittlung nicht mehr berücksichtigt und abgezogen werden.
  • Bei der Berechnung der 170 kg-Grenze sind folgende Flächen von der landwirtschaftlichen Fläche (LF) abzuziehen: Flächen, die nicht gedüngt und nicht genutzt werden sowie Flächen, auf denen die Aufbringung von stickstoffhaltigen Düngern, einschließlich Wirtschaftsdüngern vertraglich verboten ist (z.B. WSG Zone II, AUM und VNP)
Die Vorgaben zur Erstellung einer betrieblichen Stoffstrombilanz bleiben davon unberührt und gelten wie bisher.

Übersicht zur Düngung

Bedarfsgerechte Düngung und optimale Nährstoffausnutzung im landwirtschaftlichen Betrieb sind die Basis für eine optimale Pflanzenentwicklung sowie langfristig gesunde Böden und den Schutz unserer natürlichen Ressourcen. Dazu muss der betriebliche Nährstoffkreislauf ausgewogen sein. Neben der Düngeverordnung (DüV) geben die Stoffstrombilanzverordnung (StoffBilV) und die Wirtschaftsdüngerverbringungsverordnung (WDüngV) den rechtlichen Rahmen hierfür vor.
Nachfolgend sind hierzu die wichtigsten Vorgaben im Verlauf der Düngesaison aufgeführt. Ausführliche Informationen stehen unter den angegebenen Links auf den Internetseiten der Landesanstalt für Landwirtschaft (LfL) zur Verfügung.

Vor der Düngung

Bereits vor der Düngung und zur Planung am Jahresanfang sind zu beachten:

Kalkulation der organischer Dünger (Grenze 170 kg N/ha)

Mit organischen und organisch-mineralischen Dünger darf im Durchschnitt der landwirtschaftlich genutzten Flächen eines Betriebs nur so viel Stickstoff (N) ausgebracht werden, dass 170 kg N/ha und Jahr nicht überschritten werden.

Berechnung organischer Dünger (Grenze 170 kg N/ha) - LfL Externer Link

Einhaltung des Lagerkapazität für organische Dünger

Die im Betrieb vorhandenen Wirtschaftsdünger und Gärreste müssen über festgesetzte Zeiten gelagert werden können. Für eine ordnungsgemäße Lagerung sind entsprechend große Kapazitäten nachzuweisen.

Lagerraumkapazität für organische Dünger - LfL Externer Link

Aufzeichnungs- und Meldeplicht bei Auf- oder Abgabe von Wirtschaftsdüngern

Beim Abgeben, Befördern und/oder Aufnehmen von mehr als 200 Tonnen organischem Dünger pro Jahr sind die Vorgaben der Verordnung über das Inverkehrbringen und Befördern von Wirtschaftsdünger (WDüngV) zu beachten.

Vorgaben der Verbringungsverordnung - LfL Externer Link

Berechnung der Düngebedarfsermittlung für Stickstoff und Phosphat

Die Düngebedarfsermittlung für Stickstoff und Phosphat (DüV) ist für jede Kultur und alle Schläge bzw. Bewirtschaftungseinheiten schriftlich zu erstellen. Ausgenommen sind lediglich kleine Betriebe unter bestimmten Voraussetzungen.

Programm zur Düngebedarfsermittlung - LfL Externer Link

Ziehen von Materialproben für Laboruntersuchungen

DüV und Stoffstrombilanzverordnung geben verschiedene Kennzahlen und Basisdaten für die Berechnungen vor. Es können und teilweise müssen (Rote Gebiete) aber auch eigene Untersuchungen von Materialproben durchgeführt werden.

Anleitung zum Ziehen von Materialproben - LfL Externer Link

Bei der Düngung

Bei der Düngung sind zu beachten:

  • Eine Ausbringung auf überschwemmtem, wassergesättigtem, schneebedecktem oder gefrorenem Boden ist verboten.
  • Vorgaben zur Gerätetechnik
  • Regelungen zur Einarbeitung von Düngemitteln
  • Abstände zu Oberflächengewässern
  • Sperrfristen

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Bodennahe Gülleausbringung in Feldversuchen zur angepassten organischen Düngung

Nach der Düngung

Aufzeichnung Düngemaßnahmen

Innerhalb von zwei Tagen müssen erfolgte Düngemaßnahmen aufgezeichnet werden. Die Aufzeichnungen umfassen neben der Schlagbezeichnung und der Schlaggröße die Düngerart, die Ausbringmenge und die Gesamtmenge des ausgebrachten Stickstoffs und Phosphats. Bei Weidehaltung ist die Zahl der Weidetage sowie die Art und Zahl der Tiere nach Abschluss der Weidehaltung aufzuzeichnen. Bis zum Ablauf des 31. März des Folgejahres müssen die aufgebrachten Mengen dann zu einer jährlichen betrieblichen Gesamtsumme des Nährstoffeinsatzes zusammengefasst werden. Ebenso muss der ermittelte Düngebedarf einer jährlichen betrieblichen Gesamtsumme des Düngebedarfs zusammengefasst werden.

Berechnung Nährstoffvergleich und Stoffstrombilanz

Der Nährstoffvergleich ist nicht mehr Inhalt der Düngeverordnung und somit zum 01. Mai 2020 weggefallen. Zur betrieblichen Orientierung kann es aber hilfreich sein, den Nährstoffvergleich zu rechnen. Im Hinblick auf die Stoffstrombilanz empfiehlt es sich für alle Betriebe, die Nährstoffe jährlich zu bilanzieren. Die Erstellung der Stoffstrombilanz ist schon jetzt für bestimmte Betriebe Pflicht.

Nährstoffvergleich und Stoffstrombilanz im landwirtschaftlichen Betrieb - LfL Externer Link

Allgemeinverfügung

Allgemeinverfügung zur Genehmigung von Ausnahmen von der bodennahen Ausbringtechnik
Für den Regierungsbezirk Mittelfranken hat das zuständige Amt für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten Uffenheim – Fachzentrum Agrarökologie – eine Allgemeinverfügung zur Genehmigung von Ausnahmen von der bodennahen Ausbringtechnik erlassen. Sie gilt ab 1. Februar 2020.
Nach § 6 Abs. 3 Satz 1 Düngeverordnung (DüV) dürfen flüssige organische und flüssige organisch-mineralische Düngemittel, einschließlich flüssiger Wirtschaftsdünger, mit wesentlichem Gehalt an verfügbarem Stickstoff oder Ammoniumstickstoff im Falle von bestelltem Ackerland ab dem 1. Februar 2020 nur noch streifenförmig auf den Boden aufgebracht oder direkt in den Boden eingebracht werden. Davon sind Ausnahmen möglich, die mit der Allgemeinverfügung des zuständigen Amtes für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten Uffenheim – Fachzentrum Agrarökologie – genehmigt werden:
a. Gemäß § 6 Abs. 3 Satz 3 DüV wird als anderes Verfahren mit vergleichbar geringen Ammoniakemissionen die Ausbringung von Jauche sowie von anderen flüssigen organischen Düngemitteln, einschließlich Wirtschaftsdüngern, mit bis zu zwei Prozent Trockensubstanzgehalt (TS-Gehalt) genehmigt.
b. Eine Ausnahme von § 6 Abs. 3 Satz 1 DüV wird aufgrund folgender agrarstruktureller Besonderheiten erteilt:

Kleine Betriebe mit weniger als 15 Hektar landwirtschaftlich genutzter Fläche (LF). Zur Ermittlung dieser Grenze können nachfolgend genannte Flächen abgezogen werden:

  • Flächen, auf denen nur Zierpflanzen oder Weihnachtsbaumkulturen angebaut werden, Baumschul-, Rebschul-, Strauchbeeren- und Baumobstflächen, nicht im Ertrag stehende Dauerkulturflächen des Wein- und Obstbaus sowie Flächen, die der Erzeugung schnellwüchsiger Forstgehölze zur energetischen Nutzung dienen (entsprechend § 8 Abs. 6 Nr. 1 DüV)
  • Flächen mit ausschließlicher Weidehaltung bei einem jährlichen Stickstoffanfall (Stickstoffausscheidung) an Wirtschaftsdüngern tierischer Herkunft von bis zu 100 Kilogramm Stickstoff je Hektar, wenn keine zusätzliche Stickstoffdüngung erfolgt (entsprechend § 8 Abs. 6 Nr. 2 DüV)
  • Grünlandflächen mit einer Hangneigung von mehr als 20 Prozent auf mehr als 30 Prozent eines Feldstücks
  • Streuobstwiesen
Die Genehmigung der Ausbringung von flüssigen organischen Düngemitteln, einschließlich Wirtschaftsdüngern, mit bis zu zwei Prozent TS-Gehalt nach Buchstabe a) setzt voraus, dass die Einhaltung des TS-Gehaltes der Düngemittel jederzeit nachgewiesen werden kann. Hierfür ist die erforderliche Lagerkapazität für die flüssigen organischen Düngemittel einschließlich des ggf. zugegebenen Wassers über das Programm zur Lagerraumberechnung der Landesanstalt für Landwirtschaft nachzuweisen:

www.lfl.bayern.de/lagerkapazitaet Externer Link

Zusätzlich ist das Düngemittel im Labor zu untersuchen. Das Untersuchungsergebnis darf bei der Ausbringung nicht älter als 2 Jahre sein. Für Jauche ist keine Untersuchung erforderlich.

Allgemeinverfügung Ausbringtechnik Mittelfranken pdf 1,3 MB

Kontakt

Ansprechpartner

Hartmut Schwinghammer
AELF Ansbach
Rettistraße 56
91522 Ansbach
Telefon: 0981 8908-153
Fax: 0981/20361-199
E-Mail: poststelle@aelf-an.bayern.de
Friedrich Beißer
AELF Ansbach
Rettistraße 56
91522 Ansbach
Telefon: 0981 8908-152
Fax: 0981/20361-199
E-Mail: poststelle@aelf-an.bayern.de
Mehr zum Thema
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