Kälber, Sommer, Hitzestress
Gute Bedingungen für Kälber bei Hitze schaffen

Größere Kälber im Kälberstall

Passend zum Beginn der Hitzewelle fand im Juni 2026 ein Workshop mit Dr. Peter Zieger zum Thema Hitzestress in der Kälberhaltung statt.

Das Thema Hitzestress in der Milchviehhaltung ist in aller Munde. Die Kälber werden dabei manchmal vernachlässigt. Aber auch die jüngsten brauchen im Sommer gute klimatische Verhältnisse. Die große Herausforderung in der Stallplanung ist der Temperaturunterschied von bis zu 50°C zwischen Winter und Sommer.

Die Kälberaufzucht beginnt bereits bei den Trockenstehern! Studien zeigen, dass Kälber von Müttern mit Hitzebelastung in der Trockenstehzeit krankheitsanfälliger und auch im weiteren Leben weniger leistungsbereit sind. Zieger formulierte es so: "Im Transitstall wird die Grundlage für die nächste Generation gelegt. Eine Investition in die Reduzierung der Hitzebelastung von Trockenstehern lohnt sich immer!"

Fütterung und Haltung

Nach der Abkalbung kommt die Biestmilch: Das Kalb sollte so schnell wie möglich 3 Liter Biestmilch guter Qualität erhalten. Innerhalb der ersten 12 Lebensstunden sollte eine zweite Portion Kolostrum gefüttert werden. Kälber kommen bekanntlich ohne Immunsystem auf die Welt, für sie ist es lebensnotwendig, dass die Immunglobuline aus dem Kolostrum schnell ins Blut gelangen. Bei der Biestmilchversorgung ist neben der Zeit vor allem die Hygiene bei der Gewinnung sehr wichtig!

Kälber sollten in den ersten Wochen viel Milch bekommen, da in dieser Zeit die Zellteilung stattfindet und die Grundlagen für Leistung und Gesundheit gelegt werden. Laut dem Referenten werden 2 von 3 Kälbern nicht satt. Bis zum Alter von 14 Wochen werden die Kälber dann langsam abgetränkt. Am besten bekommen sie ab dem ersten Tag Heu, Kraftfutter oder Kälber-TMR angeboten. Besonders im Sommer, aber zu jeder Jahreszeit, brauchen sie frisches Wasser, die Flüssigkeit in der Milch reicht nicht aus.

Kälberiglu
Kälber mögen es wärmer als Kühe und vor allem niedrigere Luftgeschwindigkeiten. Es ist vor allem darauf zu achten, dass ein Luftaustausch stattfindet und die Kälber immer frische Luft mit niedrigen Windgeschwindigkeiten zur Verfügung haben. Vor allem bei Kälberiglus sollte im Sommer für Beschattung gesorgt werden. In der prallen Sonne wird es darin sehr heiß. Bei Iglus mit Lüftungsöffnungen sollten diese an die Witterung angepasst werden.

Praxisteil am Nachmittag

Nach dem Mittagessen, mit ausreichend Zeit für Fachgespräche und Austausch untereinander, ging es auf einen Milchviehbetrieb in der Nähe. Dort wurde die Haltung in Bezug auf die Hitze unter die Lupe genommen. Passend zum Thema des Tages hatte es über 30 Grad.

Beurteilung der Trockensteherhaltung
Trockensteherbereich
Bei den Trockenstehern wurde die Temperatur, Luftgeschwindigkeit und die Anordnung der Tränkebecken unter die Lupe genommen. Das Fazit zu diesem Bereich war: die werdenden Mamas wirkten sehr entspannt und kamen am ersten heißen Tag im Juni gut zurecht.
Kälber im Kälberstall
Kälberhaltung
Zuerst wurden die Iglus und Einzelboxen besichtigt. Die Luftaustauschrate war meist ausreichend hoch, aber es war entsprechnend der Witterung sehr warm bei den Kälbern. Anschließend ging es in den Kälberstall mit Kleingruppen und Tränkeautomaten. Dort war es relativ angenehm und es fand auch durch die geöffneten Fenster und Tore ein Luftaustausch statt. Fazit in diesem Bereich: die hinteren Wände sind für den Sommer und die Durchlüftung eigentlich zu hoch, 60 cm wären ausreichend.

Ist ihren Kälbern auch zu heiß?

Hitzestress bei Kühen und Kälbern darf nicht unterschätzt werden. Für die Gesundheit der Tiere ist es wichtig, die Haltung und Klimatisierung der Ställe zu optimieren.

Unterstützung bietet ihnen die Haltungs- und Stallklimaberatung vom LKV Bayern.