Sortenempfehlungen Körnerleguminosen Frühjahr 2026

Erbse bleibt wichtigste Körnerleguminose

Körnerleguminosen gelten nicht nur im ökologischen Landbau als große Bereicherung der Fruchtfolge. Ihr hoher Vorfruchtwert sowie die Förderung über Agrarumweltprogramme können helfen, die zum Teil schlechte Marktleistung auszugleichen.
Die flächenmäßig wichtigste Körnerleguminose in Bayern ist die Sojabohne, mit großem Abstand gefolgt von Futtererbsen und Ackerbohnen. Lupinen befanden sich kurzfristig im Aufwind, haben aber wieder deutlich an Anbaufläche verloren und sind, verglichen mit den drei obengenannten Arten, ohnehin eher unbedeutend. In Mittelfranken hingegen hat nach wie vor die Futtererbse die größte Bedeutung.

Futtererbsen

Grundlage der Empfehlungen sind die LSV-Ergebnisse des Versuchsstandortes Wolkshausen (Fränkischer Gau, Landkreis Würzburg).
Die ein- und mehrjährige Verrechnung des Rohproteinertrages über die Anbaugebiete Süddeutschlands und somit auch die aktualisierten Sorteneinstufungen beim Rohproteingehalt liegen noch nicht vor; daher sind hierfür aktuell nur die Daten aus dem Vorjahr verfügbar.

Folgende Sorten werden zum Anbau in Mittelfranken empfohlen:

    Astronaute (Norddeutsche Pflanzenzucht/Saaten-Union)
    Astronaute erlangte heuer am Versuchsstandort Wolkshausen ein leicht überdurchschnittliches Ergebnis, nach einem durchschnittlichen Ertrag im vorigen Jahr. Sie schneidet überregional und mehrjährig sowohl im Korn- als auch im Rohproteinertrag durchschnittlich ab. Der Rohproteingehalt und die Standfestigkeit sind durchschnittlich eingestuft.
    Symbios (Norddeutsche Pflanzenzucht/Saaten-Union)
    Symbios liefert am Versuchsstandort Wolkshausen zuverlässig deutlich überdurchschnittliche Korn- und Rohproteinerträge, wodurch sie auch in den süddeutschen Anbaugebieten, und hier auch mehrjährig, gut abschneidet. Die Sorte ist in allen wesentlichen Eigenschaften durchschnittlich eingestuft.
    Iconic (Norddeutsche Pflanzenzucht/Saaten-Union)
    Die heuer neu in der Empfehlung stehende Sorte liefert sowohl am Versuchsstandort Wolkshausen als auch überregional in den süddeutschen Anbaugebieten stets deutlich überdurchschnittliche Korn- und Rohproteinerträge. Iconic weist durchwegs durchschnittliche Eigenschaften auf.

    Weitergehende Informationen zu den empfohlenen Futtererbsen-Sorten 2026 finden Sie hier pdf 21 KB

    Ackerbohnen

    Grundlage der Empfehlungen sind die LSV-Ergebnisse des Versuchsstandortes Bayreuth (Stadt Bayreuth). Da der Versuch im Jahr 2025 nicht wertbar war, dient der Standort Oberhummel (Landkreis Freising) als Ersatz.
    Die ein- und mehrjährige Verrechnung des Rohproteinertrages über die Anbaugebiete Süddeutschlands und somit auch die aktualisierten Sorteneinstufungen beim Rohproteingehalt liegen noch nicht vor; daher sind hierfür aktuell nur die Daten aus dem Vorjahr verfügbar.

    Folgende Sorten werden zum Anbau in Mittelfranken empfohlen:

      Birgit (Petersen Saatzucht/Saaten-Union)
      Birgit lieferte heuer am Standort Oberhummel ein noch schlechteres Ergebnis ab als im Vorjahr am Standort Bayreuth. Dadurch zählt sie nun auch überregional und mehrjährig zu den schlechteren Sorten im Sortiment. Zu beachten ist die leicht unterdurchschnittliche Standfestigkeit.
      Allison (Norddeutsche Pflanzenzucht/Saaten-Union)
      Die Sorte führte im vorigen Jahr am Standort Bayreuth das Sortiment an, schneidet aber heuer am Ersatzstandort Oberhummel sehr schwach ab. Überregional und auch mehrjährig liegt sie auf ähnlichem Niveau wie Birgit. Als Vicin- und Convicin-arme Sorte eignet sie sich gut für die Geflügelfütterung.

      Weitergehende Informationen zu den empfohlenen Ackerbohnen-Sorten 2026 finden Sie hier pdf 69 KB

      Sojabohnen

      Grundlage der Empfehlungen sind die LSV-Ergebnisse des Versuchsstandortes Großaitingen (Landkreis Augsburg).
      Die ein- und mehrjährige Verrechnung des Rohproteinertrages über die normalen Lagen der Anbaugebiete Süddeutschlands und somit auch die aktualisierten Sorteneinstufungen beim Rohproteingehalt liegen noch nicht vor; daher sind hierfür aktuell nur die Daten aus dem Vorjahr verfügbar.

      Folgende Sorten werden zum Anbau in Mittelfranken empfohlen, wobei sich diese Sorten alle in den Bonituren der Reifetage mehrjährig als ausreichend frühreif erwiesen haben:

        Adelfia (Saatbau Linz/IG Pflanzenzucht)
        Adelfia liefert sowohl am Versuchsstandort Großaitingen als auch überregional und mehrjährig in den Anbaugebieten Süddeutschlands leicht überdurchschnittliche Korn- und Rohproteinerträge. Sie ist etwas kürzer im Wuchs, aber dennoch nur durchschnittlich standfest. Bei Adelfia reifen Hülsen und Restpflanze recht gleichmäßig ab.
        Galice (Die Saat/Delley)
        Die Sorte liefert lokal und auch überregional heuer und auch mehrjährig weit überdurchschnittliche Kornerträge. Ihre Einstufung beim Rohproteingehalt ist leicht unterdurchschnittlich. Bei allen anderen Eigenschaften ist sie durchschnittlich eingestuft.
        Abaca (Probstdorfer Saatzucht)
        Abaca schnitt heuer durchschnittlich ab, brachte in früheren Jahren aber sehr gute Korn- und Rohproteinerträge. Sie hat sich nun zwei Jahre in Folge als sehr frühreif erwiesen und wird auch unter den – verglichen mit Unterfranken – kühleren Klimabedingungen Mittelfrankens sicher reif. Abacas Standfestigkeit ist überdurchschnittlich.

        Begrenzt nur für sehr günstige Lagen (beispielsweise im Uffenheimer Gau) empfohlen werden:

          Ascada (Secobra)
          Die etwas später abreifende Sorte steht dank ihrer stabil sehr guten Kornerträge, sowohl am etwas ungünstigeren Standort Großaitingen und in der entsprechenden überregionalen Verrechnung, als auch am Gunststandort Wolkshausen, in der Empfehlung für die günstigen Lagen. Ascada weist einen leicht unterdurchschnittlichen Rohproteingehalt auf. Größter Schwachpunkt ist der etwas tiefere Hülsenansatz, der den Mähdrusch erschweren bzw. die Hülsenverluste erhöhen kann.
          SU Ademira (Ackermann)
          SU Ademira steht heuer erstmals in der Empfehlung für die günstigen Lagen Mittelfrankens, da sie in Großaitingen nach einem hervorragenden Ergebnis im Vorjahr auch heuer wieder überdurchschnittlich abschnitt. Gleiches gilt für den Gunststandort Wolkshausen. Die Sorte weist leicht unterdurchschnittliche Rohproteingehalte und eine geringere Reifeverzögerung der Restpflanze auf.

          Weitergehende Informationen zu den empfohlenen Sojabohnen-Sorten 2026 finden Sie hier pdf 24 KB

          Weiße Lupinen

          Grundlage der Empfehlungen sind die SV-Ergebnisse des Versuchsstandortes Oberhummel (Landkreis Freising).
          Die bisherigen Versuchsergebnisse zeigen eindrucksvoll, dass nur Sorten mit einer guten Toleranz gegenüber der wichtigen Krankheit Anthraknose für den Anbau empfohlen werden können. Deshalb wurde das zunächst recht umfangreiche Versuchssortiment auf solche Sorten reduziert. Hierbei erwiesen sich vor allem Celina (DSV) und Frieda (DSV) als ausreichend widerstandsfähig, wobei sich für die menschliche Ernährung aufgrund ihres etwas niedrigeren Alkaloid-Gehaltes Frieda besser eignet, während für die Verfütterung auch die etwas ertragreichere Celina in Frage kommt.