Sortenempfehlungen
Sommergerste, Sommerweizen und Hafer Frühjahr 2026

Sommergetreide weiterhin von untergeordneter Bedeutung

Sommergetreide schneidet ertraglich und auch wirtschaftlich meist schlechter ab als Wintergetreide, kann jedoch die Fruchtfolge auflockern und dadurch helfen, beispielsweise bestimmte Ungras- und Unkrautprobleme zu lösen.

Der Bedarf der heimischen Mälzer und Brauer wird in der Regel nicht von heimischer Braugerste gedeckt. Bei entsprechenden Preisen könnte Sommergerste daher wieder eine interessante Ackerfrucht werden. Sommerweizen gilt oft nur als „Lückenbüßer“, wenn im Herbst schlechte Saatbedingungen herrschten. Hafer verdient mehr Beachtung, da er in Getreide-reichen Fruchtfolgen als „Gesundungsfrucht“ dienen kann und eine steigende Nachfrage für den Nahrungsmittelbereich zu verzeichnen ist.

Sommergerste

Grundlage der Empfehlungen sind die LSV-Ergebnisse der Versuchsstandorte Hartenhof (kalte Hochlage im südlichen Jura bei Lauterhofen, Landkreis Neumarkt) und Schraudenbach (nördliche Fränkische Platte bei Werneck, Landkreis Schweinfurt).

Folgende Sorten werden zum Anbau in Mittelfranken empfohlen:

    Amidala (Nordsaat/Hauptsaaten)
    Amidala schnitt heuer zwar am Versuchsstandort Hartenhof wieder besser ab als im Vorjahr, liegt aber sowohl am Standort Schraudenbach als auch in den beiden Anbaugebieten „Hügelland Südost“ (AG 22) und „Fränkische Platten“ (AG 21) erneut deutlich unter dem Durchschnitt des Sortiments. Die Sorte weist eine gute bis sehr gute Kornqualität und hohe bis sehr hohe Vollgerstenanteile auf und ist gut durchschnittlich standfest. Die Resistenzen gegen Mehltau, Netzflecken und Rhynchosporium sind überdurchschnittlich, jene gegen Ramularia aber leicht unterdurchschnittlich.
    Lexy (Breun/Hauptsaaten)
    Die Sorte schnitt heuer an beiden Versuchsstandorten etwas schlechter ab als im Vorjahr, liegt aber immer noch leicht über dem Durchschnitt des Sortiments. Überregional und auch mehrjährig erreicht sie im Anbaugebiet „Hügelland Südost“ (AG 22) nur unterdurchschnittliche Ergebnisse, während sie im Anbaugebiet „Fränkische Platten“ (AG 21) im Mittelfeld liegt. Die Kornqualität und der Vollgerstenanteil sind gut. Lexy ist gut durchschnittlich standfest und neigt weniger zum Ährenknicken. Die Resistenzen gegen Mehltau, Netzflecken und Rhynchosporium sind überdurchschnittlich, jene gegen Ramularia und Zwergrost aber nur durchschnittlich.
    LG Caruso (Limagrain)
    Die heuer in beiden Anbaugebieten neu in der Empfehlung stehende Sorte erzielt sowohl lokal als auch überregional und mehrjährig regelmäßig überdurchschnittliche Erträge mit hohen bis sehr hohen Vollgerstenanteilen. In der Kornqualität erreicht sie nicht ganz das Niveau von Amidala, kann jedoch mit Lexy gut mithalten. LG Caruso neigt kaum zum Ährenknicken und besitzt eine gute Zwergrost-Resistenz. Bei der Anfälligkeit für die übrigen Blattkrankheiten ist sie mit den anderen Empfehlungssorten vergleichbar. Sie wird jedoch etwas später reif.

    Weitergehende Informationen zu den empfohlenen Sommergersten-Sorten 2026 finden Sie hier pdf 26 KB

    Sommerweizen

    Folgende Sorten werden zum Anbau in Mittelfranken empfohlen:
    KWS Carusum (KWS)
    Die E-Weizensorte liefert an den süddeutschen Versuchsstandorten regelmäßig Erträge knapp unter dem Durchschnitt des Sortiments. Dabei ist KWS Carusum bei der Fallzahl sehr gut und beim Rohproteingehalt gut bis sehr gut eingestuft. Die Standfestigkeit ist durchschnittlich. Die Sorte ist gegen Septoria tritici durchschnittlich, gegen alle anderen Blattkrankheiten aber weit überdurchschnittlich resistent. Die Anfälligkeit für Fusarium ist unterdurchschnittlich und die Fallzahlstabilität gut.
    Licamero (Secobra)
    Die A-Sorte fällt ertraglich deutlich ab und rangiert noch hinter dem E-Weizen KWS Carusum. Licamero weist gute Rohproteingehalte, aber nur durchschnittliche Fallzahlen auf. Die Resistenzen gegen Mehltau, Gelbrost und Fusarium sind leicht überdurchschnittlich. Zu beachten ist aber die erhöhte Anfälligkeit für Braunrost.
    KWS Jordum (KWS)
    Die heuer in ganz Bayern erstmals zum Anbau empfohlene B-Weizensorte schnitt in diesem Jahr, nach einem sehr guten Vorjahresergebnis, durchschnittlich ab. Auch mehrjährig liegt sie nun im Mittel des Sortiments. Beim Rohproteingehalt ist KWS Jordum gut eingestuft, was für einen B-Weizen beachtlich ist. Er ist überdurchschnittlich standfest, gut Fallzahl-stabil und weist gegen alle wichtigen Blattkrankheiten gute Resistenzen auf. Besonders hervorzuheben sind die geringe Anfälligkeit für Fusarium sowie die Resistenz gegen die Orangerote Weizengallmücke, die hauptsächlich in Stoppelweizen auftreten kann.
    Die beiden E-Sorten Lennox und Jack wurden im Rahmen des Zulassungsverfahrens zusätzlich bei später Herbstaussaat geprüft und bewiesen dabei eine gute Winterhärte. Sie kommen daher speziell für den Anbau als „Wechselweizen“ mit Aussaat ab Anfang Dezember in Frage.

    Weitergehende Informationen zu den empfohlenen Sommerweizen-Sorten 2026 finden Sie hier pdf 24 KB

    Hafer

    Grundlage der Empfehlungen sind die LSV-Ergebnisse des Versuchsstandortes Buchdorf (südlicher Jura, Landkreis Donau-Ries).

    Folgende Sorten werden zum Anbau in Mittelfranken empfohlen:

      Max (Bauer/IG Pflanzenzucht)
      Max ist seit Jahren die mit Abstand wichtigste Hafersorte auf Bayerns Feldern, die heuer aber weder am Versuchsstandort Buchdorf noch überregional in den süddeutschen Anbaugebieten ihr gutes Vorjahresergebnis wiederholen konnte. Mehrjährig rangiert sie inzwischen am unteren Ende des Sortiments. Der Gelbhafer liefert aufgrund seines geringen bis sehr geringen Spelzenanteils gute bis sehr gute Kernerträge und hohe Hektolitergewichte und eignet sich daher auch gut als Schälhafer. Seine größte Schwäche liegt in der schlechten Standfestigkeit, so dass eine Behandlung mit CCC, wenn die Rispe im Halm fühlbar ist, sinnvoll sein kann. Bei Max reifen Korn und Stroh recht gleichmäßig ab.
      Lion (Nordsaat/Saaten-Union)
      Die Sorte mit gelber Spelzenfarbe schnitt heuer ertraglich sowohl am Versuchsstandort Buchdorf als auch überregional in den süddeutschen Anbaugebieten wieder besser ab als im Vorjahr und liegt mehrjährig nur knapp über dem Niveau von Max. Das Hektolitergewicht ist überdurchschnittlich, der Spelzenanteil sogar sehr gering eingestuft, so dass Lion als Schälhafer durchaus mit der Standardsorte Max vergleichbar ist. Er weist jedoch eine wesentlich bessere Standfestigkeit auf als diese Vergleichssorte.
      Karl (Bauer Polska/IG Pflanzenzucht)
      Der heuer in ganz Bayern erstmals zum Anbau empfohlene Gelbhafer liefert sowohl am Versuchsstandort Buchdorf als auch überregional ein- und auch mehrjährig sehr hohe Kornerträge. Er weist ein gutes Hektolitergewicht und einen sehr geringen Spelzenanteil auf und ist gut schälbar. Negativ ist die etwas verzögerte Strohabreife zu sehen. Die Standfestigkeit ist durchschnittlich eingestuft.

      Weitergehende Informationen zu den empfohlenen Hafer-Sorten 2026 finden Sie hier pdf 21 KB