Pflanzenschutzwarndienst für Mittelfranken
Aktuelle Hinweise vom 19. April 2021
von Fachzentrum Pflanzenbau Ansbach

Das Fachzentrum Pflanzenbau an unserem Amt für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten Ansbach gibt regelmäßig aktuelle Pflanzenschutz- und Anbauhinweise zu wichtigen Kulturen für Mittelfranken.

Grundsätzlicher Hinweis zur Düngeverordnung

Aktuelle Düngeverordnung samt Ausführungsverordnung in Kraft

Beachten Sie die Vorgaben der Düngeverordnung und der Ausführungsverordnung (Rote und Gelbe Gebiete). Die detaillierten Hinweise und aktuellen Vorgaben finden Sie im nachfolgenden Link.

Düngung und gesetzliche Grundlagen

Bekämpfung von Ungräsern und Unkräutern

Herbizidbehandlungen in Wintergetreide demnächst abschließen

Auf den meisten Flächen dürfte die Herbizidbehandlung erfolgt sein. In dieser Woche ist nach dem Kälteeinbruch vom Ostermontag frühestens zum Wochenende hin wieder mit bessern Bedingungen zu rechnen. Noch nötige Behandlungen sollten in Wintergetreide sobald als wieder möglich abgeschlossen werden.

Ungräser und Unkräuter - Beispielhafte Empfehlungen und weitere Hinweise - LfL Externer Link

Hinweise zur Wintergerste

Die Behandlungen in Wintergerste sollten jetzt abgeschlossen sein. Lediglich auf Spätverunkrautung ist noch zu kontrollieren.

Herbizide für die Spätbehandlung Externer Link

Hinweise zur Winterweizen, Triticale und Roggen

Die Herbizid-Maßnahmen sind jetzt abzuschließen.
In unbehandeltem Winterweizen und Triticale stehen gegen Fuchsschwanz nach unseren Versuchen z.B. Atlantis Komplett, bestehend aus 1,0 l/ha Atlantis OD und 80 ml/ha Husar OD, Atlantis Flex + FHS plus Unkrautpartner sowie die bekannten Eigenmischungen von Unkrautmitteln mit Restmengen von Atlantis WG + FHS im Vordergrund. Als Alternative zu Atlantis WG werden die vergleichbaren Produkte Niantic oder LS Mesolodo von einigen Handelspartnern angeboten. Zu beachten ist aber, dass sich deren Zulassung nur auf Winterweizen erstreckt. In der Übersicht sind nur einige wenige Beispiele für Unkrautpartner aufgeführt. Atlantis Flex und Atlantis WG/Niantic u.a. können mit den meisten Unkrautpartnern gemischt werden.
In Roggen ist die Standardaufwandmenge von Atlantis Flex, Traxos + Partner oder Broadway möglich. Broadway zeigt in den Bayerischen Versuchen mittlerweile eine spürbar nachlassende Wirkungssicherheit und wird daher nur noch auf Standorten mit unproblematischem Fuchsschwanzbesatz empfohlen, auf denen die Bekämpfungsleistung bisher nach eigener Erfahrung noch sicher war. Schwer bekämpfbarer Fuchsschwanz auf Problemflächen kann nach unseren Ergebnissen nur in Spritzfolgen einigermaßen sicher bekämpft werden. Eine Vorlage von Bodenherbiziden auf Flufenacet-Basis sollte daher im Herbst erfolgt sein. Jetzt im Frühjahr kommen in Winterweizen dann 400-500 g/ha Atlantis WG/Niantic o.a. + FHS oder bis 330 g/ha Atlantis Flex + FHS zum Einsatz (letzteres auch uneingeschränkt in Wintertriticale möglich). Zusätze wie Dash, X-Change, Hasten, 10 kg/ha SSA oder 30 l/ha AHL können außerdem die Wirkung der Standardaufwandmengen von Atlantis WG, Niantic, Atlantis OD oder Flex unterstützen, auf eine gute Wachsschicht und ausreichende Wüchsigkeit sollte dabei geachtet werden. Bei den hohen Aufwandmengen kann es sonst zu einer stärkeren Wuchshemmung der Kultur kommen, wenn zu viele Netzmittel im Tank sind. Dies gilt auch, wenn die Atlantismengen in Tankmischungen auf die zugelassene Obergrenze hochgezogen werden. Der Einsatz von Traxos oder anderen Mitteln aus dieser Wirkstoffgruppe wird in Weizen nur empfohlen, wenn keine Wintergerste in der Fruchtfolge steht.
Auf Windhalmflächen ist eine ausreichend breite Mittelpalette (siehe Übersicht) vorhanden. Gegen Kornblume benötigen 130 g/ha Broadway und 200 ml/ha Husar Plus eine Ergänzung mit z.B. 0,5 l/ha Ariane C oder anderen. Mittlerweile zeigt sich sowohl in Versuchen wie auch in der Praxis eine ansteigende Resistenz des Windhalms gegenüber Husar und Broadway. Axial wirkt hier noch zuverlässig.

Hinweise zu weiteren Arten

In Dinkel sind im Frühjahr z.B. folgende Mittel zugelassen: 200 g/ha Atlantis Flex + FHS, Restmengen von 300 g/ha Atlantis WG + FHS, 60 g/ha Attribut, 1,2 l/ha Axial 50, 220 g/ha Broadway + FHS, 200 ml/ha Husar Plus, 1,5 l/ha Ariane C, 70 g/ha Biathlon 4D + Dash, 100 ml/ha InnoProtectPrimus, 200 ml/ha Primus Perfekt, 1,4 l/ha U46 M-Fluid; 1,0 l/ha Zypar. Damit lassen sich alle Probleme lösen. Beachten Sie im Falle von Atlantis, dass in bestimmte Sorten Verträglichkeitsrisiken bestehen. Bei den von uns empfohlenen Sorten ist beim Hohenloher Vorsicht geboten. In Winterdurum sind derzeit im Frühjahr Atlantis Flex + FHS, Axial 50, Broadway + FHS, Sword, Biathlon 4D + Dash, U 46 M-Fluid, Pixxaro und Zypar zugelassen. Im Falle von Broadway ist folgender Hinweis zu beachten: „In Winterhartweizen kann es bei der Anwendung von Broadway unter ungünstigen Witterungsbedingungen zu Schäden an der Kulturpflanze kommen, die sich auch negativ auf den Ertrag auswirken können. Dies gilt nach eigenen Erfahrungen besonders für die Sorte Wintergold.“ Broadway ist auch in Emmer genehmigt und kann hier analog zu seinen anderen Zulassungen eingesetzt werden. Die Maßnahmen sind jetzt abzuschließen.

Bekämpfung von Krankheiten und Schädlingen

Stressflecken in Wintergerste
Das Monitoring für Getreidekrankheiten hat begonnen - Derzeit noch kein Handlungsbedarf
In der Woche nach Ostern wurden die ersten Wintergersten erstmals im Rahmen des Monitorings untersucht. In der vergangenen Woche kamen erste Triticale- und Weizenschläge hinzu. Handlungsbedarf besteht derzeit noch nicht.
Meist sind die Bestände bei Wintergerste um BBCH 31, späte Lagen in BBCH 29, frühe Bestände nahe BBCH 32. Der Krankheitsbefall beschränkt sich derzeit noch auf die alten, weder ertrags- noch entscheidungsrelevanten Blattetagen. Auch derzeit kühle Witterung verhindert eine rasche Krankheitsausbreitung. Netzflecken und Zwergrost benötigen mindestens drei Tage lang Temperaturen jenseits von 20°C, Rhynchosporium nennenswerte Niederschläge. Lediglich Mehltau könnte sich in dichten Beständen etwas ausbreiten. Warten Sie die weitere Entwicklung ab und kontrollieren Sie Ihre Bestände ab dem 1-Knotenstadium (BBCH 31) regelmäßig. Der Wechsel von kalter Witterung mit Nachtfrösten und strahlungsreichen sonnigen und warmen Tagen wird das Auftreten von nichtparasitären Stressflecken fördern. Verwechseln Sie diese nicht mit Krankheiten, Fungizide helfen hier absolut nichts. Die Stressflecken treten meist plötzlich und massiv und vor allem mehr auf den oberen Blättern auf. Auf den Flecken finden sich zudem keine Pilzstrukturen.
Weizen ist je nach Saattermin und Lage in BBCH 25 -31, Handlungsbedarf besteht daher auch hier noch nicht. Septoria tritici ist auch bei frühen Saatterminen noch nicht auf den entscheidungsrelevanten Blättern angekommen.
Triticale und Roggen befinden sich je nach Lage Ende der Bestockung bis 1-Knotenstadium (BBCH 29-31), Roggen teils auch schon in BBCH 32. Bekämpfungswürdiger Befall wurde auch hier noch nicht beobachtet. In Gelbrost-anfälligeren Triticale-Sorten (z.B. Tantris, Lombardo, Ramos, SU Agendus, Silvrado u.a.) sind Kontrollen ab BBCH 31 aber grundsätzlich anzuraten.
Wachstumsregler: Nach der spätwinterlichen Witterung anfangs letzter Woche zeichnet sich momentan nur eine langsame Erwärmung ab. Leichte Nachtfröste in der zweiten Wochenhälfte sind wieder möglich. In Wintergerste ist die Wüchsigkeit stark vom Standort abhängig, so dass generelle Aussagen nicht möglich sind. Meist ist derzeit eher mit einem zögerlichen Längenwachstum zu rechnen. Die Gefahr eines Davonwachsens sehen wir in dieser Woche in der Mehrzahl der Fälle noch nicht. In gut wüchsigen Beständen hat sich zum Stadium BBCH 31/32 Moddus (0,3-0,6 l/ha, höhere Mengen nur bei lageranfälligen, mehrzeiligen Sorten) bewährt. Alternativ sind z.B. Calma, Countdown, Flexa, Modan, Moxa 250 usw. möglich. Prodax kann mit 0,4-0,6 kg/ha zum Einsatz kommen, Fabulis OD mit 1,0-1,5 l/ha, Medax Top mit 0,4-0,5 l/ha + Turbo bei standfesteren zweizeiligen Sorten und max. 0,7 l/ha Medax Top + Turbo bei lageranfälligen mehrzeiligen Sorten. Die Aufwandmengen bzw. der grundsätzliche Einsatz überhaupt richten sich nach den Bedingungen vor Ort (Sorte, Wüchsigkeit, Wasserversorgung, möglichst keine Nachtfröste, sonniges Wetter und Temperaturen über 10°C, usw.).
Frühe, gut versorgte und entsprechend wüchsige Roggen- und Triticaleflächen sollten sobald die Bedingungen passen um BBCH 31 behandelt werden. Bei Weizen ist die Spanne größer und reicht von Mitte (BBCH 25) der Bestockung bei Spätsaaten bis BBCH 31 bei Frühsaaten, so dass vor Ort entschieden werden muss, ob noch CCC solo eingesetzt wird, oder bereits Moddus u.a., Fabulis oder Prodax jeweils solo oder in Mischungen mit CCC zum Einsatz kommen.
Genehmigung für einige bekannte Wirkstoffe nicht erneuert - Notfallzulassungen in Gerste
Zahlreiche Wirkstoffe sind im Getreide bereits weggefallen und die entsprechenden Mittel 2021 nicht mehr einsetzbar. Dazu zählen beispielsweise Produkte mit den Wirkstoffen Flupyrsulfuron, Flurtamone, Propiconazol, Fenpropimorph, Chlorthalonil und Triadimenol.
Dagegen haben Folpan 500 SC und Amistar Max eine Notfallzulassung für 120 Tage gegen Ramularia in Gerste vom BVL erhalten.

Produkte mit den Wirkstoffen Epoxiconazol (z.B. Adexar, Ceriax, Champion, Seguris, Eleando, Osiris, Rubric, Duett Ultra, Epoxion, Epoxion Top, Juwel u.a.) und Thiophanat-methyl (z.B. DON-Q, Topsin, Duett Ultra, Cercobin FL) dürfen dagegen in dieser Saison noch aufgebraucht werden. Kontrollieren Sie daher ihr Lager auf Restbestände.

Mittel zur Spritzanwendung mit dem Wirkstoff Prochloraz (Ampera, Eleando, Kantik, Mirage 45 EC) dürfen aufgrund einer Absenkung der Rückstandshöchstmenge in Gerste nicht mehr eingesetzt werden, die übrigen Zulassungen in weiteren Kulturen bleiben dagegen bestehen. Weiteres ist der BVL-Fachmeldung zu entnehmen.

Rapsblüte
Winterraps durch Kälte immer wieder abgebremst
Nur in nässeren Bereichen der Felder sind Auswinterungen durch Fäulnis der Wurzeln zu verzeichnen. Außerdem treten regional stärker Feldmäuse in Erscheinung, kontrollieren Sie hier ihre Flächen. Mit der Erwärmung vor Ostern ist der Raps nun in das Streckungswachstum übergegangen. Auf frühen, warmen Lagen ist schon das Knospenstadium voll erreicht. Die wiederholten Kälteeinbrüche haben eine schnelle Entwicklung der Bestände gebremst.
Stängelrüssler sind weitgehend zugeflogen - mit der nächsten Schönwetterphase auf Glanzkäfer kontrollieren

Die Stängelschädlinge sind vorwiegend in der KW 8 zugeflogen und wurden in der Regel bekämpft. Bei den massiven Zuflugzahlen war es unwahrscheinlich, dass nochmals eine stärkere zweite Welle kommt. Lediglich auf den späteren Jura-Flächen im Landkreis Eichstätt und im Donau-Ries sowie sporadisch auf Einzeflächen wurde in der Woche vor Ostern nochmals ein bekämpfungswürdiger Neuzuflug beobachtet.
Der Glanzkäfer ist in den Knospen an den Rapspflanzen zu kontrollieren. Die Gelbschalen sind für eine Bekämpfungsentscheidung ungeeignet, sie sollten jetzt vom Acker geholt werden. Auch wenn man meint, es seien sehr viele Glanzkäfer darin, heißt das noch lange nicht, dass die Bekämpfungsschwelle überschritten ist. Versuche zeigen über viele Jahre, dass die Bekämpfungsschwelle in normalen Beständen bei mindestens 10 (!) Glanzkäfern pro Pflanze (Knospe) liegt, nur in wirklich schwachen, dünnen Beständen bei mindestens 5 Käfern. Unterhalb dieser Werte sind Behandlung nach unseren langjährigen Versuchen unwirtschaftlich und verschärfen nur die Resistenzentwicklung. Sie sind daher zu unterlassen. Bisher ist die Schwelle in unseren Beobachtungsschlägen noch nirgends erreicht, stärkerer Besatz fand sich nur am Feldrand und an Überhältern, der aber nicht verallgemeinert werden darf, nur ein gewissenhafter Durchschnitt zählt! Weit entwickelter Raps wird rasch blühen, sobald es wieder richtig warm wird. Ab Blühbeginn ist eine Bekämpfung des Glanzkäfers nicht mehr wirtschaftlich. Bestände, die noch etwas brauchen, sollten bei warmer, sonniger Witterung wieder kontrolliert werden.
Beachten Sie, dass nun Mospilan SG und Danjiri nur noch bis Ende des Knospenstadiums (BBCH 59, erste Blütenblätter sichtbar, Blüten noch geschlossen) eingesetzt werden dürfen. Spätere Einsätze haben keinen ausreichenden Effekt mehr und sind daher ab sofort nicht mehr zugelassen. Beachten Sie bei allen Behandlungen unbedingt den Bienenschutz.

Warndienst Rapsschädlinge

Informationen der LfL zum Pflanzenschutz in Raps

Hinweise zum Mais

Falter des Maiszünslers
Ausbringung von Trichogramma-Schlupfwespen wird gefördert
Die wirksamste Bekämpfung des Zünslers geschieht ackerbaulich durch ein möglichst intensives Mulchen/Schlegeln/Quetschen der Stängel. Die Bearbeitungsqualität ist bei trockenen Verhältnissen besser als bei feuchten. Ziel muss sein, dass auf der Bodenoberfläche keine intakten Stängelreste verbleiben, in denen sich der Zünsler verpuppen kann. Wenn möglich, sollte daher anschließend untergepflügt oder tief eingemischt werden.
Verbleibt intaktes Stoppelmaterial an der Oberfläche, ist eine Behandlung im nächsten Jahr sinnvoll, wenn im Herbst zur Ernte jede dritte bis zweite Pflanze befallen war.

Förderwegweiser Bayern Externer Link

Hinweise zum Einsatz der Trichogramma bei Förderung nach AUM

Die nach AUM erforderliche Aufwandmenge umfasst 200.000-220.000 Nützlinge pro ha. Diese Zahl kann entweder durch 50 Trichogramma-Rähmchen/ha oder 100 Kugeln/Kapseln pro ha erreicht werden, wenn diese entsprechend hoch beladen sind. Zu beachten ist aber, dass die Hersteller unterschiedliche Aufwandmengen und Belegungen mit Nützlingen anbieten, um auf diese Zahlen zu kommen. Wir empfehlen aus langjähriger Erfahrung bei moderatem Befall eine zweimalige Ausbringung mit jeweils mindestens 110.000 Nützlingen pro ha und Ausbringung, in Regionen mit höherem Befall sollten mindestens 330.000 Nützlinge/ha (220.000 zur ersten und mindestens 110.000 zur zweiten Ausbringung) ausgebracht werden. So bietet beispielsweise der Maschinenring Ansbach diese zweimalige Ausbringung mit insgesamt 330.000 Nützlingen pro Hektar an. Auch bei der einmaligen Befliegung besteht die Wahlmöglichkeit zwischen 220.000 Nützlingen pro Hektar (100 Kugeln/ha) und 400.000 Nützlingen pro Hektar (125 Forte-Kugeln/ha). Außerdem werden neben den Kugeln auch Kärtchen für die Handausbringung angeboten, bei denen die höheren Ausbringmengen an Nützlingen realisiert werden. Eine rechtzeitige Vorbestellung bei den Anbietern (Maschinenring, Landhandel, Dienstleister) ist notwendig. Erkundigen Sie sich dort über das Angebot und die Preise. Bis zum 15.11. muss dann jährlich eine Kopie der Rechnungsbelege für die Trichogramma am AELF eingereicht werden, um zu belegen, dass alle Maisflächen mit der Mindestmenge behandelt wurden.
Die Wirkungsgrade der Trichogramma schwanken in unseren Versuchen meist zwischen 50 und 80%. Diese schwankenden Wirkungsgrade dürfen auf keinen Fall dazu verleiten, bei der Bearbeitung der Maisstoppeln und der nachfolgenden Bodenbearbeitung zu sparen. Die Trichogramma-Ausbringung ist nur als Ergänzung zu einer guten mechanischen Bekämpfung zu sehen und nicht als deren Ersatz. Verbleiben in der Flur zu viele befallene Maisstoppeln an der Bodenoberfläche, sind die Trichogramma überfordert und das Verfahren ist zum Scheitern verurteilt.

Hinweise zu Maisbeizen

Im Mais sind derzeit regulär nur fungizide Beizen zugelassen. Da die Zukunft von Metalxyl-M allerdings unsicher ist, sollte entsprechend gebeiztes Saatgut (Maxim Quattro, Maxim XL) 2021 komplett ausgesät werden. Die Neonicotinoid-haltigen Beizen wie z.B. Gaucho, Poncho oder Cruiser sind schon seit längerem im Mais verboten. Saatgut, das mit Thiram, Mesurol oder Sonido gebeizt ist, darf jetzt ebenfalls nicht mehr ausgesät werden.
Saatgut, das in Österreich mit Korit 420 FS (gegen Vogelfraß) oder Force 20 CS (gegen Drahtwurm) gebeizt wurde, darf dagegen bei uns ausgesät werden. Korit 420 FS hat außerdem für Deutschland eine Notfallzulassung für 120 Tage erhalten. Die Zukunft des Wirkstoffs ist aber unsicher; deshalb ist entsprechend gebeiztes Saatgut komplett auszusäen. Beachten Sie die Auflagen der Mittel. Die Wirkung von Force gegen Drahtwurm darf nicht überschätzt werden, da es sich hier um einen Kontaktwirkstoff handelt, der nur im Bereich des Beizhofes wirkt. Sowohl im Hinblick auf die Vermeidung von Vogelfraß wie auch bei der Reduzierung von Drahtwurmschäden hat es sich bewährt, den Mais nicht zu früh zu säen. Je schneller er die kritische Jugendentwicklung durchläuft, desto eher kann er den genannten Schaderregern davon wachsen.

Warndienst

Der Warndienst hat noch nicht begonnen.
Rückblick Warndienst Blattläuse

Die Zahlen aus 2020 finden Sie nachfolgend. Aufgrund des massiven Blattlausfluges müssen in Y-Virus-anfälligen Sorten zwangsläufig schlechte Anerkennungsergebnisse hingenommen werden. Regional hat aber auch das Blattrollvirus stärker zugeschlagen.

Notfallzulassungen gegen Drahtwurm

Das BVL hat für die Produkte Attracap, Force Evo und Trika Expert Notfallzulassungen gegen Drahtwurm in Kartoffeln erteilt. Beachten Sie die Auflagen zur Ausbringung und der vorgeschriebenen Technik.
Die Wirkungsgrade schwanken in den Versuchen sehr stark und können häufig nicht befriedigen. Das Niveau des vor einigen Jahren verfügbaren Mittels Goldor Bait wird nicht erreicht.

Hinweise und Ergebnisse der LfL zur Drahtwurmbekämpfung Externer Link

Wichtige Einschränkung für Force Evo und Trika Expert

Die Anwendung von Force Evo und Trika Expert ist auf Flächen mit "Starkbefall" begrenzt!
Starkbefall liegt vor, wenn mindestens einer der nachfolgend genannten Tatbestände gegeben ist:
1. Flächen, die bis vor zwei bis drei Jahren noch als grünlandähnliche Flächen bzw. für Feldfutterbau genutzt wurden
2. Wenn in der Vorfrucht zu Kartoffeln nennenswerte Drahtwurmschäden festgestellt wurden
3. Schläge, bei denen in den Vorjahren Drahtwurmbefall an Kartoffeln in einer Menge festgestellt wurde, der zu Problemen bei der Vermarktung führte.
4. Wenn nach dem Auslegen von Ködern ein Larvenbesatz von mehr als zwei Drahtwurmlarven pro qm festgestellt wurde. Zur Kontrolle der Drahtwurmpopulation sind drei Wochen vor der Kartoffelpflanzung an vier Stellen des Feldes von je 0,25 qm vier Kartoffelhälften in 5-10cm Tiefe zu vergraben. Die Bekämpfungsschwelle ist erreicht, wenn mehr als zwei Drahtwürmer an vier Kontrollstellen nach zwei Wochen gefunden werden. Alternativ kann man auch Bodenproben ziehen (4 x 0,25 qm x Pflugtiefe) und diese visuell auf das Vorhandensein von Larven untersuchen.

Das Ende bekannter Mittel ist beschlossen

Die Europäische Kommission hat entschieden, die Genehmigungen für Mancozeb als Wirkstoff in vielen Kartoffelfungiziden nicht zu erneuern. Die Mittel müssen in dieser Saison 2021 aufgebraucht werden.
Biscaya darf dagegen nicht mehr eingesetzt werden, da die Aufbrauchfrist abgelaufen ist.

Warndienst

SBR-Symptome im RübenkörperZoombild vorhanden

SBR-Symptome im Rübenkörper

Der Warndienst hat noch nicht begonnen.
Die durch eine bestimmte Zikadenart übertragene Krankheit SBR ist erstmals 2019 im Grenzgebiet zu Baden-Württemberg schon sichtbar angekommen. Weder die Zikaden noch die Krankheit selbst können derzeit bekämpft werden. In 2020 waren im westlichen Dienstgebiet bereits zahlreiche Flächen befallen. Ob sich das schon in niedrigeren Zuckergehalten auswirken wird, muss abgewartet werden.
Die vielfach sichtbaren Vergilbungen in Rüben können SBR-bedingt, Virus-bedingt oder schlicht boden- und trockenheitsbedingt gewesen sein. Eine sichere Aussage war nur durch entsprechende Untersuchungen im Labor möglich. Zeigen sich wie im linken Bild deutliche Verbräunungen des Gefäßbündelringe, ist das meist ein sicheres Anzeichen für Befall mit SBR. Daneben sind auch viele Flächen von Vergilbungsviren befallen gewesen, die durch Blattläuse übertragen werden.

Virusbefall an Zuckerrüben – Ergebnisse aus dem bayernweiten Monitoring 2020 Externer Link

Die Aussaat von Cruiser-gebeiztem Saatgut muss mindestens drei Werktage vor der Saat gemeldet werden!

Das BVL hat für den Bereich der Zuckerfabrik Ochsenfurt eine Notfallzulassung für Cruiser 600 FS als Beize gegen Blattläuse erteilt. Alles weitere finden Sie in den unten aufgeführten Links und im Rohstoffportal der Zuckerfabrik.
Anbauer, die Cruiser-gebeiztes Saatgut aussäen, müssen dies mindestens 3 Werktage vor der geplanten Aussaat dem zuständigen Fachzentrum Pflanzenbau anzeigen. Dazu ist das nachfolgende Formblatt zu verwenden.

Formular Zuckerrübensaatgut Ansbach pdf 104 KB

Hinweise zu Leguminosen

In Leguminosen ist bei entsprechendem Reihenabstand auch eine mechanische Unkrautbekämpfung möglich.
Beachten Sie, dass bei chemischen Lösungen unbedingt im Vorauflauf zu behandeln ist. Nachauflauf-Lösungen stehen entweder gar nicht oder wenn, dann nur mit begrenzter Wirksamkeit zur Verfügung.
Informationen für Neueinsteiger
Im Rahmen des bundesweiten Projektes Demonstrationsnetzwerk Erbse/Bohne (DemoNetErBo) haben Neueinsteiger die Möglichkeit, sich in einen E-Mail-Verteiler aufnehmen zu lassen.
Weitere Informationen dazu finden Sie im nachfolgenden Link.

Eiweiß - Bayerische Eiweißinitiative

Hinweise des BVL zum Zulassungsstand in Leguminosen

Teils starker Befall mit Feldmäusen

Aktive Mauslöcher sollten sofort mit Giftweizen/Giftlinsen belegt werden (3-5 Körner/Linsen pro Loch verdeckt mit Legeflinte ausbringen). Auch das Aufstellen von Sitzstangen (1 bis max. 2 Stück pro ha) ist anzuraten.
Beachten Sie, die neuen Auflagen von Giftweizen bzw. Giftlinsen zum Einsatz in Vogelschutz- und FFH-Gebieten. Einsätze in Naturschutzgebieten sind generell verboten.

Neue Auflagen für fünf Rodentizide Externer Link

Rechtsvorschriften im Pflanzenschutz

Rechtsvorschriften im Pflanzenschutz

Bei den Auflagen den Durchblick behalten
Beachten sie neben den normalen Abstandsauflagen, die meist mit entsprechenden Düsen gelöst werden können, auch die Hangneigungsauflagen (z.B. NW 701, 705, 706 u.a.): Diese erfordern entlang von dauernd oder periodisch wasserführenden Gewässern bei Schlägen mit einer Hangneigung von über 2% einen unbehandelten, geschlossen bewachsenen Randstreifen, der je nach Auflage zwischen 5 und 20 m breit sein muss. Der Randstreifen ist nicht erforderlich, wenn die Bestellung im Mulchsaat- oder Direktsaatverfahren erfolgt. Allerdings muss bei der Mulchsaat zum Zeitpunkt der Behandlung die Mulchauflage mindestens einen Bodenbedeckungsgrad von 30% aufweisen, um anerkannt zu werden.
Bei den Hangneigungsauflagen spielt die Düse keine Rolle, sie dürfen daher nicht mit den Abdriftauflagen (NW600 bis NW609) verwechselt werden.

Abstandsauflagen sind ein Schwerpunkt im Kontrollplan Pflanzenschutz. Eine Übersicht zu den Abstandsauflagen finden Sie im Merkblatt Pflanzenschutz.
Die Abstandsauflagen sind unabhängig vom jetzt eventuell vorgeschriebenen Gewässerrandstreifen nach dem Volksbegehren "Rettet die Bienen" einzuhalten. Der Gewässerrandstreifen kann allerdings auf die notwendigen Abstandsflächen je nach Pflanzenschutzmittelauflage angerechnet werden, wenn er die entsprechenden Vorgaben erfüllt.

Pflanzenschutz-Merkblatt Externer Link

Das BVL hat in einer Bekanntmachung festgelegt, dass zu Flächen, auf denen sich regelmäßig Personen aufhalten (also z.B. Wohngebiete, Privatgärten, Freizeitflächen usw.), zu deren Schutz eine grundsätzlicher Abstand von 2 m bei Flächenspritzung und von 5 m bei Raumkulturen einzuhalten ist. Mehr dazu im untenstehenden Link der LfL.
Außerdem ist darauf zu achten, dass der angrenzende Feldrand grundsätzlich nicht getroffen wird. Die äußere Düse muss also einen solchen Abstand zum Feldrand haben, dass dieser durch den Spritzkegel nicht getroffen wird. Kann dies durch die Fahrgassenanlage nicht gewährleistet werden, ist eine entsprechende Randdüse für die erste Fahrgasse im Randbereich zu verwenden.

Mindestabstände bei der Anwendung von Pflanzenschutzmitteln - LfL Externer Link

Viele Düsen mit 90% Abdriftminderung anerkannt
Nachfolgend finden sie alle anerkannten abdriftmindernden Düsen bzw. die Universal-Düsentabelle.

Verzeichnis Verlustmindernde Düsen und Geräte und Düsentabelle - LfL Externer Link

Achtung: Wichtige Regelungen zum Anwenderschutz, Spritzen-TÜV, den Aufbrauchfristen, Dokumentation, Entsorgung

Auflagen zum Schutz des Anwenders sind Bestandteil der Zulassung und der Gebrauchsanleitung. Das Nichtbeachten dieser Bestimmungen kann die Zulassung von Mitteln gefährden. Beherzigen Sie daher die Auflagen zum Anwenderschutz. Eine ausführliche Information finden Sie beispielsweise im Versuchsberichtsheft "Intergrierter Pflanzenbau" und in der nachfolgenden Richtlinie des BVL.

Persönliche Schutzausrüstung beim Umgang mit Pflanzenschutzmitteln - Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit Externer Link

Im Juli 2013 ist die neue Pflanzenschutz- Geräteverordnung in Kraft getreten. Demnach müssen künftig Verfügungsberechtigte und Besitzer ihre in Gebrauch befindlichen Pflanzenschutzgeräte in Zeitabständen von sechs Kalenderhalbjahren (bisher vier Kalenderhalbjahre) prüfen lassen, also zukünftig alle drei Jahre statt wie bisher alle zwei Jahre. Mittlerweile sind die Übergangsvorschriften ausgelaufen, so dass sich der aktuelle Prüftermin immer anhand der Plakette ablesen lässt.

Hinweise der LfL zur Gerätetechnik Externer Link

Nutzen Sie die kommende Zeit, um ihre Dokumentation der Pflanzenschutzmaßnahmen zu vervollständigen und ihr Lager auf abgelaufene, nicht mehr einsetzbare Mittel zu überprüfen, um diese ordnungsgemäß zu beseitigen.

Bei der Anwendung von Pflanzenschutzmitteln sind bis 14.06.2011 der Name des Anwenders, die behandelte Kultur, der Schadorganismus, die Anwendungsfläche, das Pflanzenschutzmittel, die Aufwandmenge und das Anwendungsdatum aufzuzeichnen. Danach entfällt der Schadorganismus, die übrigen Punkte bleiben.

Dokumentation von Pflanzenschutzmittelanwendungen Externer Link

Für alle Pflanzenschutzmittel, deren Zulassung nach dem 14. Juni 2011 regulär endet und für die kein Anwendungsverbot ausgesprochen wird, gilt folgendes: Nach Ende der Zulassung besteht eine Abverkaufsfrist von 6 Monaten für den Handel. Dies ist neu, da bisher nicht mehr zugelassene Mittel auch nicht mehr verkauft werden durften. Der Anwender hat nach Ende der Zulassung eine Aufbrauchfrist von maximal 18 Monaten. Beispiel: Bei Mittel XY endete die Zulassung am 31.12.2011, der Handel darf noch bis zum 30.06.2012 abverkaufen, der Anwender noch bis 30.06.2013 ausbringen. Mehr dazu im nachfolgenden Link.

Kürzere Aufbrauchfristen für Pflanzenschutzmittel - LfL Externer Link

Produkte, deren Aufbrauchfrist abgelaufen ist, dürfen nicht mehr eingesetzt werden.

Im neuen Pflanzenschutzgesetz vom 14.02.2012 wurde eine Beseitigungspflicht (§15) für bestimmte, nicht mehr einsetzbare Pflanzenschutzmittel eingeführt. Die Vorschrift ist CC-relevant. Sie sind auf der sicheren Seite, wenn Sie am besten alle Pflanzenschutzmittel, die keine Zulassung und keine Aufbrauchfrist mehr haben, ordnungsgemäß beseitigen, auch wenn nicht jedes dieser Mittel von der Beseitigungspflicht betroffen sein wird. Kontrollieren Sie daher in der noch ruhigeren Zeit ihr Lager und entsorgen Sie die Mittel, die nicht mehr angewandt werden dürfen, über Wertstoffhöfe oder Fachfirmen. Auch manche Landhandelsfirma bietet in unregelmäßigen Abständen Sonderaktionen hierzu an.

Aktueller Hinweis zur Mäusebekämpfung

Mäuselöcher im Grünland

Mäuselöcher im Grünland

Die trockenen Jahre 2019 und 2020 haben regional zu einem starken Anstieg bei der Mäusepopulation geführt. Nur ein nasser Herbst und Winter kann die Population wieder effektiv reduzieren. Ansonsten kann bei beginnendem Befallsaufbau die Belegung der Mäuselöcher mit Giftweizen/Giftlinsen (3-5 Körner/Linsen pro Loch verdeckt mit Legeflinte ausbringen) einen wirksamen Beitrag leisten. Dies ist derzeit die einzige, regulär zugelassene chemische Bekämpfungsmöglichkeit. Es wird nochmals darauf hingewiesen, dass eine breitwürfige Ausbringung von Giftweizen bzw. -linsen verboten ist und zu Schäden bei Vögeln und anderen Tieren führen kann.
Nutzen Sie aber auch indirekte Maßnahmen wie das Aufstellen von Sitzstangen für Greifvögel (1 bis 2 Sitzstangen pro ha sind ausreichend).
Beachten Sie, die neuen Auflagen von Giftweizen bzw. Giftlinsen zum Einsatz in Vogelschutz- und FFH-Gebieten. Einsätze in Naturschutzgebieten sind generell verboten.

BVL konkretisiert Anwendungsbestimmungen für fünf Rodentizidprodukte Externer Link

Notfallzulassung derzeit nur für Köderlegemaschine erteilt!

Derzeit wird in verschiedenen Medien von einer Notfallzulassung bei Ratron Giftweizen berichtet. Zur Klarstellung wird auf folgendes hingewiesen: Mit der Notfallzulassung erfolgt nur eine Modifizierung der bei der Zulassung festgelegten Anwendungstechnik. Hierbei ist zusätzlich zur bisher zugelassenen Ausbringung des Mittels Ratron Giftweizen mit der Legeflinte (NT664) auch eine verdeckte Ausbringung mittels Köderlegemaschine (z.B. WUMAKI) möglich, sofern der mit der Köderlegemaschine gezogene Gang nach oben geschlossen ist. Die Erweiterung gilt für das Pflanzenschutzmittel Ratron Giftweizen mit dem Wirkstoff Zinkphosphid vom 9. September 2020 bis 6. Januar 2021. Alle übrigen Anwendungsbestimmungen zum Schutz des Naturhaushalts bleiben unverändert (z.B. Verbot in Naturschutzgebieten, Verbot auf Flächen mit Feldhamstervorkommen, u.a.).

Notfallzulassung für das Pflanzenschutzmittel Ratron Giftweizen gegen Feld- und Erdmäuse Externer Link