Pflanzenschutzwarndienst für Mittelfranken
Aktuelle Hinweise vom 16. August 2022

Unser Amt für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten Ansbach gibt regelmäßig aktuelle Pflanzenschutz- und Anbauhinweise zu wichtigen Kulturen für Mittelfranken.

Hinweise zu aktuellen pflanzenbaulichen Themen

Trockenschäden nehmen zu

Die wenigen Gewitter haben nur lokal für eine kurzfristige Atempause gesorgt. Die Trockenschäden nehmen meist zu. Bei Mais muss evtl. vorzeitig bei geringem Ertrag geerntet werden, auf dem Grünland wächst nichts mehr. Das Futter wird knapp werden. Diese Themen behandelt das Institut für Tierernährung der LfL ausführlich auf den nachfolgenden Internetseiten.

Hinweise der LfL zu den Themen Futterknappheit und Silierung von Mais Externer Link

Sortenempfehlungen für den Herbstanbau

Die Sortenempfehlung für Winterraps und Wintergerste liegt bereits vor, die für die restlichen Wintergetreidearten kann Ende August abgerufen werden.

Pflanzenbau

Aktuelle Düngeverordnung

Beachten Sie die Vorgaben der Düngeverordnung und der Ausführungsverordnung (Rote und Gelbe Gebiete), insbesondere die aktuellen Regelungen zur Düngung von Zwischen- und Zweitfrüchten nach der Ernte der Hauptfrucht sowie zur Düngung der neuen Winterkulturen. Die detaillierten Hinweise und aktuellen Vorgaben finden Sie im nachfolgenden Link.

Düngung und gesetzliche Grundlagen Externer Link

Nach der Ernte ist vor der Aussaat

Kornblume und Mohn

Kornblume und Mohn im Weizen

Aktuelle Situation
Für den Einsatz nach der Getreideernte auf der Stoppel bestehen neue Einschränkungen bei Glyphosat-haltigen Mitteln, die zu beachten sind (z.B. kein Einsatz in Wasserschutzgebieten erlaubt). Umfassende Hinweise zu den Einschränkungen finden Sie bei der LfL.
Generell sollte rasch nach Ernte eine erste, möglichst flache Stoppelbearbeitung erfolgen, um die Kapillaren zu brechen und Ungras-/Unkrautsamen sowie Ausfallkörner zum Keimen anzuregen. Eine zu tiefe Bearbeitung und Einmischung der unerwünschten Samen verschiebt das Problem nur auf die Folgejahre.
Die Bekämpfung von Ausfallgetreide und Ungräsern/Unkräutern sollte auf der Stoppel vorwiegend mechanisch erfolgen. Lediglich bei Wurzelunkräutern/-ungräsern wie Winden oder Quecke ist eine chemische Behandlung im Rahmen der Zulassung meist die effektivere Option.

Anwendungsbeschränkungen für den Einsatz von Glyphosat Externer Link

Nachbaubeschränkungen beachten
Aufgrund der anhaltenden Trockenheit besteht in diesem Jahr ein erhöhtes Risiko von Schäden an den Folgekulturen durch mangelhaft abgebaute Herbizidrückstände aus dem Einsatz in der Vorfrucht. Generelle Aussagen sind hier kaum möglich. Das Risiko steigt aber meist, je flacher die Bodenbearbeitung erfolgt und je weniger aktiv der Boden in Folge von Trockenheit und geringem Humusgehalt ist. Je tiefer gearbeitet und je häufiger tief durchmischt werden kann, desto geringer wird das Risiko. Eine Pflugfurche wäre zur Risikoreduzierung zwar am besten, wird aber häufig auf schwereren Böden kaum durchführbar sein. Ein weiterer Faktor sind die tatsächlichen Niederschläge, die vor Ort seit der Anwendung gefallen sind. Nachfolgend finden Sie eine Übersicht der LfL zur Problematik.

Nachbaurisiko beim Herbizideinsatz in der normalen Fruchtfolge Externer Link

Einschränkungen bei der Beizung
Einige Beizen wie z.B. Rubin Plus, Seedron und Vibrance Trio dürfen jetzt nur mehr in professionellen, beim JKI gelisteten Beizanlagen verwendet werden. Die bisherige Übergangslösung ist ausgelaufen. Eine Hofbeizung in nicht gelisteten Anlagen ist damit nicht mehr möglich. Nur ältere Beizmittel wie z.B. Landor CT dürfen noch in der Hofbeizung verwendet werden, wenn das Gerät eine gültige Prüfplakette besitzt. Orius Universal, Rubin TT und EfA haben keine Zulassung mehr, Restmengen können noch aufgebraucht und in diesem Herbst letztmals ausgesät werden.
Aufgrund von Beobachtungen in der abgelaufenen Saison sollte auf eine gute Wirkung gegen Flugbrand in Wintergerste nicht verzichtet werden. In Weizen ist ebenfalls auf eine gute Breitenwirkung zu achten, die auf den bekannten Befallslagen auch den Zwergsteinbrand einschließen sollte.
Die Wirkungseinstufungen der Beizen sowie die JKI-Liste entnehmen Sie den nachfolgenden Links.
Aufbrauchfristen beachten

Mittlerweile wurde auch für Mittel mit dem Wirkstoff Prochloraz (z.B. Ampera, Kantik, Mirage 45 EC, Orius Universal, Rubin TT) die Zulassung widerrufen, diese Mittel können noch in der Saison bis 30.06.2023 aufgebraucht werden. Mittel zur Spritzanwendung mit dem Wirkstoff Prochloraz (Ampera, Kantik, Mirage 45 EC) dürfen aufgrund einer Absenkung der Rückstandshöchstmenge in Gerste aber nicht mehr eingesetzt werden. Auch für Mittel mit dem Wirkstoff Isopyrazam (z.B. Aziza, Bontima, Gigant, Seguris Era, Symetra u.a.) ist nun die Zulassung widerrufen worden. Die Aufbrauchfrist endet bereits am 08.12.2022, so dass ein Einsatz in 2023 nicht mehr möglich ist. Restmengen müssen daher entsorgt werden.

Rapsblüte

Blühender Raps

Rapssamen nach der Ernte nicht vergraben
Bearbeiten Sie die Rapsstoppeln nach der Ernte - wenn überhaupt - dann nur sehr flach, damit die ausgefallenen Samen auskeimen können. Vergrabene Samen bleiben über Jahre keimfähig und machen dann häufig in Folgejahren Probleme. Stellen Sie auf Ihren Flächen Mäusebesatz fest, sollten die Stoppeln zumindest abgemulcht oder niedergewalzt werden, damit Greifvögel besser jagen können. Später ist dann eine tiefere Bearbeitung anzustreben, die die Mäusebauten zerstört.

Auch in diesem Jahr wurde für die fungizide Beize Vibrance OSR (Wirkstoffe Fludioxonil, Metalaxyl-M, Sedaxane) vom 01.06.2022 bis 28.09.2022 eine Notfallzulassung gegen Auflaufkankheiten und Falschen Mehltau in Winterraps erteilt. Zusätzlich hat auch die Fungizidbeize Scenic Gold (Wirkstoffe Fluoxastrobin und Fluopicolide) neben der Zulassung in einigen EU-Staaten eine Notfallzulassung vom 09.05.2022 bis 05.09.2022 gegen Auflaufkrankheiten und Falschen Mehltau in Winterraps für Deutschland erhalten. Die erteilten Auflagen sind einzuhalten.
Nachbaubeschränkungen beachten
Aufgrund der anhaltenden Trockenheit kann in diesem Jahr wieder ein erhöhtes Risiko bestehen, dass bei Anwendung bestimmter Sulfonylharnstoffe im Getreide Schäden an nachgebautem Raps bzw. zweikeimblättrigen Zwischenfrüchten auftreten können. Gefährdet sind v.a. Getreideschläge, die erst spät (ab Mitte /Ende April) mit Produkten behandelt wurden, die die Wirkstoffe Iodosulfuron, Mesosulfuron, Metsulfuron enthalten (z.B. Atlantis-Produkte, Niantic, Pacifia/Inixio Plus, Husar OD, Husar Plus, Finy u.v.a.), einen höheren Tongehalt aufweisen, nur flach bearbeitet werden (können) und seit der Anwendung weniger als 120 mm Niederschlag (nur ein Anhaltspunkt!) erhielten. Zulassungsbedingt ist v.a. nach den Vorkulturen Weizen, Triticale und Sommergerste je nach Mittelwahl und Aufwandmenge Vorsicht geboten. Muss hier Raps nachgebaut werden, kann – wenn möglich – eine Pflugfurche das Schadrisiko am besten reduzieren. Wenn dies nicht möglich ist, verbleibt nur eine möglichst tief mischende Bodenbearbeitung. Der Anbau einer Clearfield-Sorte wäre eine weitere Option.

Nachbaurisiko beim Herbizideinsatz in der normalen Fruchtfolge Externer Link

Hinweise zu insektiziden Beizen im Raps
Die Wirkstoffe Imidacloprid, Thiamethoxam und Clothianidin sind schon länger im Raps bei uns definitiv verboten und entsprechend gebeiztes Saatgut darf seither nicht mehr ausgesät werden. Dies gilt auch weiterhin uneingeschränkt, Kontrollen während der Saat finden statt.
Allerdings wird nun für die Rapsaussaat 2022 für einige Sorten eine alternative insektizide Beizausstattung angeboten. Zum einen handelt es sich um „Lumiposa 625 FS“. Nach unseren Versuchserfahrungen und auch aus Informationen anderer Bundesländer sind der Rapserdfloh und auch der Schwarze Kohltriebrüssler mit diesem Insektizid nicht im notwendigen Maß zu bekämpfen. Ausreichend ist hingegen die Wirkung gegen die Kleine Kohlfliege einzustufen. Jedoch ist dieser Schädling in Bayern kaum in bekämpfungswürdigem Umfang vorhanden. Ein Einsatz ist deshalb selten zu empfehlen. Darüber hinaus wird von einigen Züchterhäusern „Buteo Start“ angeboten. Das Beizmittel ist bisher in Raps nur in den baltischen Staaten gegen Rapserdfloh zugelassen und wird dort angebeizt. Aus diesem Grund ist die Aussaat in Deutschland nach §32 PflSchG möglich. Leider liegen bei uns noch keine ausreichenden Erfahrungen über die Wirksamkeit gegenüber dem Rapserdfloh und/oder dem Schwarzen Kohltriebrüssler und der Kleinen Kohlfliege vor. Aus diesem Grund wird derzeit noch keine Anwendungsempfehlung ausgesprochen.
Für den Herbst wurden auch Notfallzulassungen für Exirel und Minecto Gold zur Behandlung des Rapserdflohs erteilt. In unseren Versuchen waren allerdings mit den Pyrethroiden (z.B. Karate Zeon u.a.) noch deutlich bessere Wirkungsgrade erzielbar. Der Einsatz dürfte daher v.a. auf Standorten mit bekannter Resistenz des Erdflohs gegen Pyrethroide Sinn machen, die aber in unseren Dienstgebiet bisher noch nicht nachgewiesen werden konnte.
Verantwortungsvoller Umgang mit Metazachlor-Herbiziden
Der Wirkstoff Metazachlor ist Teil des Wirkstoff-Risikomanagements für den Grundwasserschutz in Bayern. In Wasserschutz- und Wassereinzugsgebieten wird empfohlen, auf den Einsatz ganz zu verzichten und alternative Präparate zu verwenden. Für grundwassersensible Standorte (flachgründige, sandige, steinige Böden, Gebiet des Jura-Karsts) sollte die Anwendung so weit wie möglich minimiert und nach Möglichkeit Metazachlor-freie Präparate bevorzugt wer-den. Grundsätzlich werden nur noch Lösungen mit niedrigem Metazachlor-Wirkstoffaufwand (max. 500 g/ha Metazachlor) empfohlen. Diese reduzierten Mengen sind in der Beratungsübersicht umgesetzt, dort finden Sie auch nur noch die Einstufung für die reduzierte Aufwandmenge, auch wenn teilweise noch höhere Mengen zugelassen sind.
Für dieses standortspezifische Einsatzkonzept trägt die landwirtschaftliche Praxis eine hohe Eigenverantwortung. Das Zurückfahren des Anwendungsumfangs hinsichtlich Behandlungsfläche und Einsatzmenge bietet die Chance, den Wirkstoff langfristig zu sichern und eine Verschärfung der Anwendungsbestimmungen oder gar einen Wegfall des Wirkstoffs zu vermeiden. Ausführliche Hinweise zu diesem Thema im nachfolgenden Link zur LfL.

Informationen der LfL zum Pflanzenschutz in Raps

Hinweise zum Mais

Falter des Maiszünslers
Maiszünsler - Vor der Ernte auf Befall kontrollieren
Die wirksamste Bekämpfung des Zünslers geschieht ackerbaulich im Herbst nach der Ernte durch ein möglichst intensives Mulchen/Schlegeln/Quetschen der Stängel. Die Bearbeitungsqualität ist bei trockenen Verhältnissen besser als bei feuchten. Ziel muss sein, dass auf der Bodenoberfläche keine intakten Stängelreste verbleiben, in denen sich der Zünsler verpuppen kann. Wenn möglich, sollte daher anschließend untergepflügt oder tief eingemischt werden.
Verbleibt intaktes Stoppelmaterial an der Oberfläche, ist eine Behandlung im nächsten Jahr sinnvoll, wenn im Herbst zur Ernte jede dritte bis zweite Pflanze befallen war. Kontrollieren Sie daher Ihre Bestände zur Ernte nochmals.

Warndienst Maiszünsler Externer Link

Hinweise zum Einsatz der Trichogramma bei Förderung nach AUM

Die nach AUM erforderliche Aufwandmenge umfasst 200.000-220.000 Nützlinge pro ha. Diese Zahl kann entweder durch 50 Trichogramma-Rähmchen/ha oder 100 Kugeln/Kapseln pro ha erreicht werden, wenn diese entsprechend hoch beladen sind. Zu beachten ist aber, dass die Hersteller unterschiedliche Aufwandmengen und Belegungen mit Nützlingen anbieten, um auf diese Zahlen zu kommen. Wir empfehlen aus langjähriger Erfahrung bei moderatem Befall eine zweimalige Ausbringung mit jeweils mindestens 110.000 Nützlingen pro ha und Ausbringung, in Regionen mit höherem Befall sollten mindestens 330.000 Nützlinge/ha (220.000 zur ersten und mindestens 110.000 zur zweiten Ausbringung) ausgebracht werden. So bietet beispielsweise der Maschinenring Ansbach diese zweimalige Ausbringung mit insgesamt 330.000 Nützlingen pro Hektar an. Auch bei der einmaligen Befliegung besteht die Wahlmöglichkeit zwischen 220.000 Nützlingen pro Hektar (100 Kugeln/ha) und 400.000 Nützlingen pro Hektar (125 Forte-Kugeln/ha). Außerdem werden neben den Kugeln auch Kärtchen für die Handausbringung angeboten, bei denen die höheren Ausbringmengen an Nützlingen realisiert werden. Eine rechtzeitige Vorbestellung bei den Anbietern (Maschinenring, Landhandel, Dienstleister) ist notwendig. Erkundigen Sie sich dort über das Angebot und die Preise. Bis zum 15.11. muss dann jährlich eine Kopie der Rechnungsbelege für die Trichogramma am AELF eingereicht werden, um zu belegen, dass alle Maisflächen mit der Mindestmenge behandelt wurden.
Die Wirkungsgrade der Trichogramma schwanken in unseren Versuchen meist zwischen 50 und 80%. Diese schwankenden Wirkungsgrade dürfen auf keinen Fall dazu verleiten, bei der Bearbeitung der Maisstoppeln und der nachfolgenden Bodenbearbeitung zu sparen. Die Trichogramma-Ausbringung ist nur als Ergänzung zu einer guten mechanischen Bekämpfung zu sehen und nicht als deren Ersatz. Verbleiben in der Flur zu viele befallene Maisstoppeln an der Bodenoberfläche, sind die Trichogramma überfordert und das Verfahren ist zum Scheitern verurteilt.

Trockenheit bei Silomais – was ist bei Ernte und Silierung zu beachten?

Durch die langanhaltende Trockenheit, starke Sonneneinstrahlung und Hitze stellt sich die Frage, ob und wann eine Ernte beim Silomais erfolgen sollte und welche Punkte dabei beachtet werden müssen. Mehr dazu im nachfolgenden Link bei der LfL.

Hinweise zur Silomaisernte bei Trockenheit Externer Link

Neue Anwendungsbestimmungen für Terbuthylazin-haltige Pflanzenschutzmittel

Für alle derzeit zugelassenen Terbuthylazin-haltigen Pflanzenschutzmittel wird bis spätestens 14. Dezember 2021 die Anwendungsbestimmung NG362 zur Eingrenzung der maximalen Aufwandmenge von Terbuthylazin in einem Dreijahreszeitraum auf Mittelebene erteilt werden. Die Anwendungsbestimmung NG362 hat folgenden Wortlaut:
"Mit diesem und anderen Terbuthylazin-haltigen Pflanzenschutzmitteln darf innerhalb eines Dreijahreszeitraumes auf derselben Fläche nur eine Behandlung mit maximal 850 g Terbuthylazin pro Hektar durchgeführt werden."
Dies wird in engen Maisfruchtfolgen zu deutlichen Einschränkungen führen, die Herbizidstrategie ist an diese neue Vorgabe anzupassen. Es ist zu beachten, dass dabei auch zurückliegende Zeiträume zu berücksichtigen sind. Der Dreijahreszeitraum beginnt somit nicht erst mit dem Wirksamwerden der neu erteilten Anwendungsbestimmung. Der Anwender muss prüfen, ob in vorherigen Jahren bereits ein Mittel mit dem Wirkstoff Terbuthylazin angewendet wurde. Falls dies der Fall ist, ist die Anwendung im aktuellen Jahr unzulässig.
Wer maximal nur alle drei Jahre Mais auf derselben Fläche baut, hat durch diese Auflage keine Einschränkungen.
Den genauen Wortlaut der BVL-Fachmeldung hierzu finden Sie nachfolgend.

Larven der Kartoffelkäfer meist erfolgreich bekämpft

Die Bekämpfung der Kartoffelkäfer richtet sich ausschließlich gegen dessen Larven. Jetzt noch erscheinende Käfer müssen nicht behandelt werden. Weitere Hinweise bei der LfL.
Krautfäule weiterhin kein Problem

Bisher wurde nur in einem der drei Kontrollfenster Stängelbefall festgestellt, weil der Schlag intensiv überkopf beregnet wurde. Trotz fortgesetzter Bewässerung ist die Krankheit infolge der Hitze und Trockenheit in Verbindung mit den Behandlungen zum Stillstand gekommen. In den beiden anderen Schlägen sind die unbehandelten Kontrollfenster in den Monitoringschlägen nach wie vor noch befallsfrei! Meist sind 4 Behandlungen erfolgt, die ersten zu Beginn überwiegend mit systemischen Mitteln. Es ist aktuell keine frische Krautfäule in den Beständen mehr zu finden. Derzeit sind Spritzabstände von 15 Tagen oder mehr ohne Probleme möglich.
In abreifenden Beständen reichen Kontaktmittel wie z.B. Ranman Top, Carneol, Ohayo, Shirlan, Terminus usw. aus. Bei anhaltender Trockenheit ist auch der Solo-Einsatz von Polyram WG eine Alternative.
Im Sinne eines Resistenzmanagements ist auf die Anwendungshäufigkeiten und einen geeigneten Wirkstoffwechsel zu achten.

Anhaltende Trockenheit bereitet Probleme

Meist haben die Bestände gut angesetzt, das Wachstum stagniert allerdings aufgrund der anhaltenden Trockenheit in nicht bewässerten Beständen seit längerem. Diese Bestände sollten vor allem dann, wenn endlich mal ersehnte und ergiebige Niederschläge fallen, regelmäßig kontrolliert werden, ob die Knollen normal weiterwachsen oder durchwachsen bzw. Kindel bilden oder nochmal ansetzen. Das kann derzeit kaum beurteilt werden. Je nach Situation vor Ort muss dann entschieden werden, ob dies bei schon ausreichender Menge und Sortierung durch eine Sikkation abgestoppt oder laufen gelassen wird. Ähnliches gilt, wenn Pflanzkartoffeln nach Niederschlägen nochmals neue Blätter bilden sollten. Diese Pflanzen sind dann für die Blattläuse besonders attraktiv. Meist sind dann in Virus-anfälligen Sorten hohe Aberkennungsraten die Folge.

Warndienst Blattläuse

In der nachfolgenden Tabelle finden Sie für ausgewählte Standorte die zugeflogenen Blattläuse in den Gelbschalen.

Blattlauszuflug 2022

Das Ende bekannter Mittel ist beschlossen

In Kartoffeln ist in den letzten Jahren eine Vielzahl an Mitteln nicht mehr zugelassen worden.
Mittlerweile wurde auch die Zulassung der Beize Emesto Silver vom BVL widerrufen. Für das Produkt gilt eine Abverkaufsfrist bis zum 1. September 2022 und eine Aufbrauchfrist bis zum 1. September 2023.
Dagegen gab es Notfallzulassungen für Quickdown zur Sikkation in Pflanzkartoffeln ohne vorheriges Krautschlagen, sowie für Promanal HP und Para Sommer zur Abwehr von Blattläusen als Virusüberträger. Näheres beim BVL.

Jetzt auf Blattkrankheiten kontrollieren

SBR-Symptome im RübenkörperZoombild vorhanden

SBR-Symptome im Rübenkörper

Das Monitoring Blattkrankheiten hat in der KW 26 begonnen. Befall ist mittlerweile häufiger vorhanden, schwankt aber lokal relativ stark. Regelmäßige Kontrollen sind daher vor allem in den anfälligeren Sorten und nach erfolgten Gewitterniederschlägen anzuraten. Die Bekämpfungsschwelle liegt bis zum 31. Juli bei 5% befallenen Blättern, dann steigt sie vom 01. bis 15. August auf 15% und liegt jetzt ab 16. August bei 45%.
In diesem Jahr haben zahlreiche Fungizide eine Notfallzulassung gegen Cercospora erhalten (siehe unten). In der Regel wird bei Schwellenüberschreitung eine Kombination aus Azol- und Kupfer-haltigem Fungizid empfohlen. Näheres kann dem aktuellen Warnaufruf der Rübenorganisationen entnommen werden. Achten Sie je nach Rodebeginn auch auf die Wartezeiten der Produkte.
Beachten Sie die Aufbrauchfrist der Mittel Mercury Pro und Sphere bis zum 30.11.2022!
Mit dem Reihenschluss sind keine Behandlungen gegen Blattläuse mehr nötig. In der Regel wurden 1-2 Behandlungen durchgeführt.
Die durch eine bestimmte Zikadenart übertragene Krankheit SBR ist erstmals 2019 im Grenzgebiet zu Baden-Württemberg schon sichtbar angekommen. Weder die Zikaden noch die Krankheit selbst können derzeit bekämpft werden. In 2020 waren im westlichen Dienstgebiet bereits zahlreiche Flächen befallen. Auch 2021 konnten im westlichen Bereich in nahezu allen untersuchten Proben SBR nachgewiesen werden (siehe Bild links).

Notfallzulassungen des BVL Externer Link

Schläge mit Cruiser-gebeiztem Saatgut weiter kontrollieren und Auflagen beachten

Das BVL hat für den Bereich der Zuckerfabrik Ochsenfurt 2021 eine Notfallzulassung für Cruiser 600 FS als Beize gegen Blattläuse erteilt. Alles weitere finden Sie in den unten aufgeführten Links und im Rohstoffportal der Zuckerfabrik.
Beachten Sie für die Folgekulturen bis 01.01.2023 Folgendes:
Es ist verboten, auf Flächen, auf denen das mit Thiamethoxam gebeizte Saatgut ausgebracht worden ist, im selben und im Folgejahr Zwischenfrüchte oder bienenattraktive Kulturen (insbesondere Raps, Sonnenblumen, Mais, Leguminosen, Kartoffeln, durchwachsene Silphie), die vor dem 01.01.2023 zur Blüte gelangen, anzubauen. Zwischenfrüchte dürfen nicht zur Blüte gelangen. In der Nachfolgekultur sind blühende Beikräuter zu vermeiden. Eine Brache ist als Folgekultur nicht möglich. Die betroffene Fläche darf auch nicht als Blühfläche genutzt werden.
Die Einhaltung wird amtlicherseits durch Kontrollen überprüft.

Lupinen

Lupinen

Informationen für Neueinsteiger
Im Rahmen des bundesweiten Projektes Demonstrationsnetzwerk Erbse/Bohne (DemoNetErBo) haben Neueinsteiger die Möglichkeit, sich in einen E-Mail-Verteiler aufnehmen zu lassen. Weitere Informationen dazu finden Sie im nachfolgenden Link.

Eiweiß - Bayerische Eiweißinitiative Externer Link

Keine Flächenbehandlung mehr auf bayerischen Grünlandflächen erlaubt

Ampfer
Beachten Sie, dass ab 1.Januar 2022 nach Art. 3 Bayerisches Naturschutzgesetz auf Dauergrünlandflächen der flächenhafte Einsatz von Pflanzenschutzmitteln verboten ist. Eine Einzelpflanzenbekämpfung bleibt weiterhin erlaubt.
Aktive Mauslöcher sollten sofort mit Giftweizen/Giftlinsen belegt werden (3-5 Körner/Linsen pro Loch verdeckt mit Legeflinte ausbringen). Auch das Aufstellen von Sitzstangen (1 bis max. 2 Stück pro ha) ist anzuraten.
Beachten Sie, die neuen Auflagen von Giftweizen bzw. Giftlinsen zum Einsatz in Vogelschutz- und FFH-Gebieten. Einsätze in Naturschutzgebieten sind generell verboten.
Beachten Sie auch die Vorgaben zur Mahd auf Grünlandflächen ab 1 ha nach Bayerischem Naturschutzgesetz sowie die grundsätzlichen Empfehlungen der LfL („Mähknigge“).

Hinweise der LfL - Der LfL-Mähknigge Externer Link

Wichtige rechtliche Änderungen bei Glyphosat und Gewässerabständen auch auf Grünland

Beachten Sie auch die neuen Vorgaben der Pflanzenschutzmittel-Anwendungs-Verordnung.
Der Einsatz Glyphosat-haltiger Mittel ist in Naturschutzgebieten, Nationalparken, gesetzlich geschützten Biotopen u.a., Wasserschutzgebieten und Heilquellenschutzgebieten seit 08.09.2021 grundsätzlich verboten.

Außerhalb der genannten Schutzgebiete dürfen Glyphosat-haltige Mittel auf Grünland flächig nur noch eingesetzt werden

  1. zur Erneuerung des Grünlandes bei einer Verunkrautung, bei der auf Grund ihres Ausmaßes ohne die Anwendung die wirtschaftliche Nutzung des Grünlandes oder die Futtergewinnung wegen eines Risikos für die Tiergesundheit nicht möglich ist, oder
  2. zur Vorbereitung einer Neueinsaat auf Flächen, die in eine Erosionsgefährdungsklasse nach § 6 Absatz 2 bis 4 der Agrarzahlungen-Verpflichtungen-Verordnung zugeordnet sind oder auf denen eine wendende Bodenbearbeitung auf Grund anderer Vorschriften nicht erlaubt ist.
Beachten Sie hierbei, dass ohnehin nur noch in diesem Jahr die Möglichkeit besteht, eine flächige chemische Unkrautbekämpfung durchzuführen. Ab 1.Januar 2022 ist nach Art. 3 Bayerisches Naturschutzgesetz auf Dauergrünlandflächen der flächenhafte Einsatz von Pflanzenschutzmitteln grundsätzlich verboten.
Außerdem ist nun auf Grünland bei allen Pflanzenschutzmitteleinsätzen (auch bei der Einzelpflanzenbehandlung) ein Abstand von 5 Metern zu Gewässern einzuhalten. Ausgenommen sind nur kleine Gewässer mit wasserwirtschaftlich untergeordneter Bedeutung.
Zudem sind förderrechtliche Einschränkungen zu beachten.

Rechtsvorschriften im Pflanzenschutz

Rechtsvorschriften im Pflanzenschutz

Bei den Auflagen den Durchblick behalten
Beachten sie neben den normalen Abstandsauflagen, die meist mit entsprechenden Düsen gelöst werden können, auch die Hangneigungsauflagen (z.B. NW 701, 705, 706 u.a.): Diese erfordern entlang von dauernd oder periodisch wasserführenden Gewässern bei Schlägen mit einer Hangneigung von über 2% einen unbehandelten, geschlossen bewachsenen Randstreifen, der je nach Auflage zwischen 5 und 20 m breit sein muss. Der Randstreifen ist nicht erforderlich, wenn die Bestellung im Mulchsaat- oder Direktsaatverfahren erfolgt. Allerdings muss bei der Mulchsaat zum Zeitpunkt der Behandlung die Mulchauflage aus fachlicher Sicht mindestens einen Bodenbedeckungsgrad von 30% aufweisen.
Bei den Hangneigungsauflagen spielt die Düse keine Rolle, sie dürfen daher nicht mit den Abdriftauflagen (NW600 bis NW609) verwechselt werden.

Abstandsauflagen sind ein Schwerpunkt im Kontrollplan Pflanzenschutz. Eine Übersicht zu den Abstandsauflagen finden Sie im Merkblatt Pflanzenschutz.
Die Abstandsauflagen sind unabhängig vom jetzt eventuell vorgeschriebenen Gewässerrandstreifen nach dem Volksbegehren "Rettet die Bienen" einzuhalten. Im Gegensatz zur Kartierung bei den Randstreifen nach Volksbegehren sind bei den Abstandsauflagen Pflanzenschutz ALLE ständig oder periodisch wasserführenden Gewässer betroffen, ausgenommen sind lediglich die nur gelegentlich wasserführenden Gewässer. Der Gewässerrandstreifen nach Volksbegehren kann allerdings auf die notwendigen Abstandsflächen je nach Pflanzenschutzmittelauflage angerechnet werden, wenn er die entsprechenden Vorgaben erfüllt.

Pflanzenschutz-Merkblatt Externer Link

Das BVL hat in einer Bekanntmachung festgelegt, dass zu Flächen, auf denen sich regelmäßig Personen aufhalten (also z.B. Wohngebiete, Privatgärten, Freizeitflächen usw.), zu deren Schutz eine grundsätzlicher Abstand von 2 m bei Flächenspritzung und von 5 m bei Raumkulturen einzuhalten ist. Mehr dazu im untenstehenden Link der LfL.
Außerdem ist darauf zu achten, dass der angrenzende Feldrand grundsätzlich nicht getroffen wird. Die äußere Düse muss also einen solchen Abstand zum Feldrand haben, dass dieser durch den Spritzkegel nicht getroffen wird. Kann dies durch die Fahrgassenanlage nicht gewährleistet werden, ist eine entsprechende Randdüse für die erste Fahrgasse im Randbereich zu verwenden.

Mindestabstände bei der Anwendung von Pflanzenschutzmitteln - LfL Externer Link

Viele Düsen mit 90% Abdriftminderung anerkannt
Nachfolgend finden sie alle anerkannten abdriftmindernden Düsen bzw. die Universal-Düsentabelle.

Verzeichnis Verlustmindernde Düsen und Geräte und Düsentabelle - LfL Externer Link

Wichtige neue rechtliche Änderungen bei Glyphosat

Der Einsatz Glyphosat-haltiger Mittel ist in Naturschutzgebieten, Nationalparken, gesetzlich geschützten Biotopen u.a., Wasserschutzgebieten und Heilquellenschutzgebieten und zur Spätanwendung vor der Ernte seit 08.09.2021 grundsätzlich verboten.

Außerhalb der genannten Schutzgebiete dürfen Glyphosat-haltige Mittel auf Ackerland nur noch in einem der folgenden Fälle eingesetzt werden:

  • bei Mulch- und Direktsaaten
  • gegen Wurzelunkräuter wie Quecke, Ampfer, Winde, Landwasserknöterich und Ackerkratzdisteln auf den betroffenen Teilflächen sowie
  • auf Schlägen, die nach CC in eine Erosionsgefährdungsklasse eingestuft sind
Eine Anwendung ist grundsätzlich nur zulässig, wenn im Einzelfall vorbeugende Maßnahmen (geeignete Fruchtfolge, geeigneter Aussaatzeitpunkt, mechanische Maßnahmen, Pflugfurche) nicht durchgeführt werden können und andere technische Maßnahmen nicht geeignet oder nicht zumutbar sind. Wir empfehlen dazu, die Dokumentationshilfe der LfL zu nutzen.
Weitere ausführliche Hinweise der LfL Freising zu Glyphosat sind nachfolgend zu finden.

Anwendungsbeschränkungen für den Einsatz von Glyphosat Externer Link

Wichtige neue rechtliche Änderungen in für den Naturschutz bedeutenden Gebieten

In Naturschutzgebieten, Nationalparken, Nationalen Naturmonumenten, Naturdenkmälern und gesetzlich geschützten Biotopen gemäß § 30 des Bundesnaturschutzgesetzes, ausgenommen Trockenmauern im Weinbau, ist die Anwendung von Pflanzenschutzmitteln nun teilweise verboten oder stark eingeschränkt. Vom diesem Verbot betroffen sind z. B. Zinkphosphid und Glyphosat, die Anwendung von Herbiziden sowie die Anwendung aller Insektizide, die mit den Bienenschutzauflagen B1, B2 oder B3 belegt oder die mit der Auflage NN410 als bestäubergefährlich eingestuft sind. Die Bienenschutzauflagen sind als NB-Anwendungsbestimmungen, z. B. als NB6611 oder NB6621 oder NB663 codiert.
Diese Verbote und Einschränkungen gelten auch in den FFH-Gebieten (Flora-Fauna-Habitat). Davon ausgenommen sind Flächen zum Gartenbau, Obst- und Weinbau, Anbau von Hopfen und sonstigen Sonderkulturen, zur Vermehrung von Saatgut und Pflanzgut sowie Ackerflächen, die nicht als Naturschutzgebiet, Nationalpark, Nationales Naturmonument oder Naturdenkmal ausgewiesen sind.
Weitere ausführliche Hinweise der LfL Freising sind nachfolgend zu finden.

Verboten: Einsatz von Pflanzenschutzmitteln in für den Naturschutz bedeutenden Gebieten und an Gewässern Externer Link

Wichtige neue rechtliche Änderungen an Gewässern

Pflanzenschutzmittel dürfen entlang von Gewässern, ausgenommen kleine Gewässer mit wasserwirtschaftlich untergeordneter Bedeutung, innerhalb eines Abstandes von 10 Metern zum Gewässer nicht mehr eingesetzt werden. Der Abstand verringert sich auf 5 Meter, wenn auf dem 5-Meterstreifen eine ganzjährig geschlossen begrünte Pflanzendecke vorhanden ist. In vielen Fällen (aber eben nicht immer) ist diese Vorgabe bereits über den 5-Meter-Randstreifen nach Volksbegehren erfüllt. Betroffene Gewässer werden derzeit kartiert. In Mittelfranken gibt es für die Landkreise Neustadt/Aisch-Bad Windsheim und Fürth seit 01.07.2021 bereits eine rechtsverbindliche Kulisse für die Randstreifen nach Volksbegehren. Zum 01.07 2022 sollen die Landkreise Weißenburg-Gunzenhausen und Nürnberger Land sowie die kreisfreie Stadt Fürth folgen (derzeit kann hier ein Entwurf abgerufen werden). Betroffene Gewässer nach dem Wasserhaushaltsgesetz bzw. der Pflanzenschutz-Anwendungs-Verordnung sollen Ende des Jahres in einer separaten Karte dargestellt werden. Sie wird zusätzlich zur Kulisse nach Volksbegehren weitere Gewässer umfassen.
Deshalb ergeht die dringende Beratungsempfehlung, entlang von bereits kartierten Gewässern bzw. solchen, die eindeutig als bedeutsam anzusprechen sind (Kriterium z.B. Gewässer hat einen Namen), einen 5 Meter breiten Grünstreifen ab der Böschungsoberkante anzulegen.
Weitere ausführliche Hinweise der LfL Freising sind nachfolgend zu finden. Die Kulissen finden Sie beim zuständigen Wasserwirtschaftsamt bzw. im Umweltatlas Bayern.

Verboten: Einsatz von Pflanzenschutzmitteln in für den Naturschutz bedeutenden Gebieten und an Gewässern Externer Link

Achtung: Wichtige Regelungen zur Guten Fachlichen Praxis, zum Anwenderschutz, Spritzen-TÜV, den Aufbrauchfristen, Dokumentation, Entsorgung

Landwirte und alle anderen Anwender von Profi-Pflanzenschutzmitteln müssen die allgemeinen Grundsätze des integrierten Pflanzenschutzes seit dem 1. Januar 2014 einhalten. Nachfolgend finden Sie dazu eine Broschüre mit ausführlichen Erläuterungen sowie einen Fragebogen zur Umsetzung des integrierten Pflanzenschutzes im eigenen Betrieb. Der ausgefüllte Fragebogen muss bei einer eventuellen Fachrechtskontrolle vorgelegt werden.

Überprüfung der Umsetzung des integrierten Pflanzenschutzes im Betrieb Externer Link

Auflagen zum Schutz des Anwenders sind Bestandteil der Zulassung und der Gebrauchsanleitung. Das Nichtbeachten dieser Bestimmungen kann die Zulassung von Mitteln gefährden. Beherzigen Sie daher die Auflagen zum Anwenderschutz. Ausführliche Informationen finden Sie auf den Seiten des BVL, die laufend aktualisiert werden.

Persönliche Schutzausrüstung beim Umgang mit Pflanzenschutzmitteln - Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit Externer Link

Im Juli 2013 ist die neue Pflanzenschutz- Geräteverordnung in Kraft getreten. Demnach müssen künftig Verfügungsberechtigte und Besitzer ihre in Gebrauch befindlichen Pflanzenschutzgeräte in Zeitabständen von sechs Kalenderhalbjahren (bisher vier Kalenderhalbjahre) prüfen lassen, also zukünftig alle drei Jahre statt wie bisher alle zwei Jahre. Mittlerweile sind die Übergangsvorschriften ausgelaufen, so dass sich der aktuelle Prüftermin immer anhand der Plakette ablesen lässt.

Hinweise der LfL zur Gerätetechnik Externer Link

Nutzen Sie die kommende Zeit, um ihre Dokumentation der Pflanzenschutzmaßnahmen zu vervollständigen und ihr Lager auf abgelaufene, nicht mehr einsetzbare Mittel zu überprüfen, um diese ordnungsgemäß zu beseitigen.

Bei der Anwendung von Pflanzenschutzmitteln sind der Name des Anwenders, die behandelte Kultur, die Anwendungsfläche, das Pflanzenschutzmittel, die Aufwandmenge und das Anwendungsdatum aufzuzeichnen. Achten Sie dabei auf eine korrekte Bezeichnung der eingesetzten Pflanzenschutzmittel, um Fehler zu vermeiden.

Dokumentation von Pflanzenschutzmittelanwendungen Externer Link

Für alle Pflanzenschutzmittel, deren Zulassung nach dem 14. Juni 2011 regulär endet und für die kein Anwendungsverbot ausgesprochen wird, gilt folgendes: Nach Ende der Zulassung besteht eine Abverkaufsfrist von 6 Monaten für den Handel. Dies ist neu, da bisher nicht mehr zugelassene Mittel auch nicht mehr verkauft werden durften. Der Anwender hat nach Ende der Zulassung eine Aufbrauchfrist von maximal 18 Monaten. Beispiel: Bei Mittel XY endete die Zulassung am 31.12.2011, der Handel darf noch bis zum 30.06.2012 abverkaufen, der Anwender noch bis 30.06.2013 ausbringen. Mehr dazu im nachfolgenden Link.

Kürzere Aufbrauchfristen für Pflanzenschutzmittel - LfL Externer Link

Produkte, deren Aufbrauchfrist abgelaufen ist, dürfen nicht mehr eingesetzt werden.

Im neuen Pflanzenschutzgesetz vom 14.02.2012 wurde eine Beseitigungspflicht (§15) für bestimmte, nicht mehr einsetzbare Pflanzenschutzmittel eingeführt. Die Vorschrift ist CC-relevant. Sie sind auf der sicheren Seite, wenn Sie am besten alle Pflanzenschutzmittel, die keine Zulassung und keine Aufbrauchfrist mehr haben, ordnungsgemäß beseitigen, auch wenn nicht jedes dieser Mittel von der Beseitigungspflicht betroffen sein wird. Kontrollieren Sie daher in der noch ruhigeren Zeit ihr Lager und entsorgen Sie die Mittel, die nicht mehr angewandt werden dürfen, über Wertstoffhöfe oder Fachfirmen. Auch manche Landhandelsfirma bietet in unregelmäßigen Abständen Sonderaktionen hierzu an.
Die Liste Zusatzstoffe enthält auch diejenigen Mittel, die vor dem 14. Februar 2012 nach altem Recht gelistet worden sind. Sie sind am Datumseintrag 14.02.2022 in der letzten Spalte erkennbar. Gemäß der Übergangsregelung in § 74 Absatz 10 des Pflanzenschutzgesetzes sind diese Zusatzstoffe noch bis zum 14. Februar 2022 verkehrsfähig; auch die Aufbrauchfrist endet zu diesem Zeitpunkt.

Aktueller Hinweis zur Mäusebekämpfung

Mäuselöcher im Grünland

Mäuselöcher im Grünland

Die trockenen Jahre 2019 und 2020 haben regional zu einem starken Anstieg bei der Mäusepopulation geführt. Nur ein nasser Herbst und Winter kann die Population wieder effektiv reduzieren. Ansonsten kann bei beginnendem Befallsaufbau die Belegung der Mäuselöcher mit Giftweizen/Giftlinsen (3-5 Körner/Linsen pro Loch verdeckt mit Legeflinte ausbringen) einen wirksamen Beitrag leisten. Dies ist derzeit die einzige, regulär zugelassene chemische Bekämpfungsmöglichkeit. Es wird nochmals darauf hingewiesen, dass eine breitwürfige Ausbringung von Giftweizen bzw. -linsen verboten ist und zu Schäden bei Vögeln und anderen Tieren führen kann.
Nutzen Sie aber auch indirekte Maßnahmen wie das Aufstellen von Sitzstangen für Greifvögel (1 bis 2 Sitzstangen pro ha sind ausreichend).
Beachten Sie, die neuen Auflagen von Giftweizen bzw. Giftlinsen zum Einsatz in Vogelschutz- und FFH-Gebieten. Einsätze in Naturschutzgebieten sind generell verboten.

BVL konkretisiert Anwendungsbestimmungen für fünf Rodentizidprodukte Externer Link